<10.2.1763>

d<ie> Iovis 10 Febr<uarii> 1763

Frau Henritzin hirschapo-

thekerin vidua*

ist d<ie> solis elapsa* aufgeboten

worden, nachdem sie Pfarrhern

[Reichert] verworfen hat,

mit Herrn Belling mer-

catore* in der Saalgasse,

Westphalo.*

Der wird ihr gewiß ihre

Untreue in der Hirschapotheke

belohnen.

Ist dem Esel zu wohl

so geht er auf das Eis

tantzen v. bricht ein

bein.

Wer sich in gefahr giebt

kommt darinnen um.

Es waren ihr ihre Hände

nicht gewaschen, wäre sie

ledig blieben hatte sie

wohl gelebt – hat aber

scheint es die gaabe* von

Gott dazu nicht v. soll

ihr Vergeltung wider-

fahren.



[Editorische Anmerkungen]

* Witwe

* am vergangenen Sonntag

* Kaufmann

* aus Westfalen.

* (oder:) gnade