<29.1.1763>
d<ie>
Saturni29 Januar 1763
Dr Franck,*
Synd<icus>
[ f?us]
,
säufft wein, isst
delicat
von s. frau,
[tischen]
in dem
[gatzigen]
Geld, ein hypo-
chondriacus v. Narr.
Hält s. frau
hart von der
er alles hat. Zieht
s. Kind sehr übel ipse
carens
moribus.*
Erat medicus Dr. Müller
postea ego, nunc Dr.
Müller
denuo.*
Otio, mollitiei,
gulae, Veneri deditus
ex
abundantia
numorum uxoris.*
Rarum est numos
non pati stultitiam,
divitemque sapere,
et recte numis uti
ad virtutem et sapi-
entiam tam in se ipso
quam aliis
promo-
vendam.*
[Editorische Anmerkungen]
* Wohl ein Mitglied der Frankfurter Advocatenfamilie Franc von Lichtenstein; vgl. zu den einzelnen Familienangehörigen Dölemeyer, Frankfurter Juristen, S. 115-117.
* da er selbst der Sitten/des Charakters entbehrt
* Sein Arzt war Dr. Müller, später ich, nun aufs Neue Dr. Müller.
* Dem Müßiggang, der Üppigkeit, der Kehle, der Venus ergeben aus der Überfülle des Geldes seiner Frau.
* Es ist selten, dass das Geld nicht Dummheit leidet, und dass ein Reicher verständig ist, und richtig sein Geld gebraucht ebenso zur Beförderung von Tugend und Weisheit in bezug auf sich selbst wie in bezug auf andere.