<5.4.1763>

d<ie> Martis5 April<is> 1763

Frau Perret

| : ut refert* Frau v Wiesenhüthen

vidua* : |

war liederlich. Hat von dem

[?] wohl 10000 thaler

werth geschenckt bekommen,

Sie, Bernhardin geborene Geuth*

so ihr leben lang eine hure war,

v. Schönemännin* haben

es mit einander gehabt.

Bey Schönemännin war

Bureau d´Addresse junge

leute zu fangen die da deli-

cates essen v. trincken hinbringen

ließ, Schönemännin [genoss]

es mit etc.

So sagt auch Herr Schmidt

in der Neugasse es reue ihn

daß er sich [Reitgeldin] aus

generosite angenommen,

er gebe ihr vor ihr gantz

Vermögen nicht 2000 thaler

Doch thun sie gros.

Sie letzthin zu Cassel

auff Caution los

gekommen aus dem arrest



[Editorische Anmerkungen]

* wie berichtet

* Witwe

* Evtl. Johanna Geit, seit 1736 verheiratet mit dem Handelsmann Johann Nikolaus Bernhard (vgl. Dietz, S. 10)

* Gemeint ist, so Ernst Beutler (Essays um Goethe. 7., vermehrte Aufl. Zürich und München 1980, S. 259), die Mutter von "Lili", der Jugendliebe J. W. Goethes.