<19.6.1763>
d<ie>
solis19 Junii 1763*
Herr Johann Davide de
Neufville* war Pfleger im
Armenhaus als Bartels*
scabinus*
senior da war,
wollte kaufmännische Bücher
machen verstunde es nicht,
| : jetzt sind sie da
wie Herr Heser sagt
daß man alsobald den
stratumsehen kann
ob es ab oder
zu-
nimmt : |
damahl kam ein Zusatz
weg v. blieb weg, v.
man
weiß nicht wo er hin-
gekommen. War gestohlen.
Bartels verstund das
buchhalten nicht.
| : forte hic furatus est
eam summam? :| *
v. Lersner F. M Schoff*
verstund das Buchhalten, schriebe
dem Catharinen Closter neue Bücher
kaufmännische, cassierte die
alten, v. practicierte sogar
das stammbuch
weg, bestahl
sine dubio* das
Closter
vor s. Sack v. ut erat
nebulo sine Deo et con-
scientia.*
[Editorische Anmerkungen]
* (das Tagebuchblatt ist wahrscheinlich falsch eingeheftet)
* (oben darüber:) an der
[Rohre]
Johann David v. Neufville (*(3/5).11.1696, † 29.10.1767. Bankier,
Reichsadelsdiplom des Kaisers Franz I, Wien 29.3.1753) (Quelle: Frankfurter
Patrizier)
* (Evt.:) Heinrich Bartels ( * Frankfurt, Main 9.11.1686, † Frankfurt, Main 20.9.1735. Handelsmann, 1721 Ratsherr, 1727 Schöffe) (Quelle: Frankfurter Patrizier)
* Schöffe
* vielleicht hat dieser die Summe heimlich entwendet?
* "Friedrich Maximilian von Lersner ( * Frankfurt, Main 20.2.1697, ~ 21.2.1697, † Frankfurt, Main 8.3.1753, ▭ 12.3.1753.) stud. Altdorf, Herr auf Niedererlenbach, 1722 Kgl. Dänischer Sekretär in der deutschen Kanzlei in Kopenhagen, 1726 wirkl. Kanzleirat (in Ungnade entlassen), 1730-1733 Legationssekretär bei der Gesandtschaft in Paris, 1733 Rückkehr nach Frankfurt und Ratsherr, 1739 Jüngerer Bürgermeister, 1740 Schöffe, 1742 Kaiserl. Rat und (bis 1745) Resident, auch bayer. Resident in Frankfurt. ... 1747 und 1751 Älterer Bürgermeister (1747 verhinderte er die Aufnahme des Reichskammergerichts). Er war führend im Rat (wo er eine -- umstrittene -- prokaiserliche Politik betrieb) und einer der gelehrtesten Männer Frankfurts, der Briefwechsel und Freundschaften mit vielen berühmten Zeitgenossen unterhielt." (Quelle: Frankfurter Patrizier)
* ohne Zweifel
* wie er ein Schuft war ohne Gott und Gewissen