<21.9.1762>

d<ie> Martis 21. Sept<embris> 1762

Est cujusvis cura maxima

merito, ut suis uti

discat à Deo ei tributis

talentis, donisque,*

ut suo naviget conto,*

ut proprium habeat scire

et agere,* sua, Dei spiritu

duce diligentia,* fi et

dexteritate practice

acquisita.*

Ante omnia in spiritu et veritate

Deus consulendus et

spiritus ejus.*

non homo

non libri

nisi rarius, et

secundo loco.*

quia omnis homo imper-

fectus, Deus perfectus.*

der die quelle ist

Dulcius et purius ex ipso fonte

bibuntur aquae.*

Rivuli, non quaerendi,

quo n<empe> longius recessere

à fonte,* eo impurior

aqua esse solet,* eo

plus humanorum fallacium

admistum est.*

vid. doctissima oratio

Casp. Hofmanni de

imminente barbarie

et literis et moribus.*



[Editorische Anmerkungen]

* Es ist die größte Sorge jedes beliebigen mit Fug und Recht, dass er lerne, seine ihm von Gott zugeteilten Talente und Gaben zu gebrauchen

* damit er (auf eigene Rechnung) zur See fahre,

* damit er Eigenes habe zu wissen und zu tun

* mit seiner eigenen Sorgfalt, unter Führung des Geistes Gottes

* und mit seiner Gewandtheit durch die Tat erworben

* Vor allem ist im Geist und in der Wahrheit Gott zu befragen und dessen Geist.

* kein Mensch, keine Bücher, außer sehr selten und an zweiter Stelle.

* weil jeder Mensch unvollkommen, Gott vollkommen ist

* Süßer und reiner werden aus dieser Quelle die Wasser getrunken.

* Die Bächlein sollten nicht aufgesucht werden, weil sie sich natürlich länger von der Quelle entfernt haben

* (und) das Wasser desto unreiner zu sein pflegt

* je mehr an Ränken der Menschen beigemengt ist

* siehe dazu die sehr gelehrte Rede von Caspar Hofmann über die der Wissenschaft/Bildung und den Sitten drohende Barbarei