ftchand von denen in dieser Straft sich befindenden Kramhändlern ausgehängten trefflichsten Waaren vcrschönert; ferner sähe man viele Gerüste eigenS auf- gerichtet, um der?unzehligen Menge Leute, welche, tun eines fb angenehmen Anblicks zu geniesen, herbey gekommen waren, Platz zu verschaffen: auch waren, um das gross Gedränge des Volks abzuhalten, längst der ganzen Strafe zu deeden Rethen Soldaten gestel- Ist, weiche die Mttte der Strafe leer hielten; welches alles zusammen den schönsten Anblick, den man jemals sehen kan, verursachte. Gerade um 22 Uhr langten verschiedene Lerhgardes, Couriers, Reisetagen und Lauser vor sich habend, der König, die Königin, der Grosherzog, und dleGrosherzogm, allebepsam- men in einer Caroffe, unter zahlreicher Abfeuerung der Caaonen von allen Kön. Vestungen an, worauf auch d e andern Kutschen und Pferde von der Equipage dieser hohen Gesellschaft ankamen; ein nnverschener Regen aber, der biS gegen halb2iUhr in derNachk dauerte, nöthigte das Volk, sich wegzubegeben, ohne die bereits in der ganzen Stadt zubereitet gewesene grose Beleuchtung sehen zu können; dem ungeachtet war doch dieFacciata des Könrgl. Palasts durchaus mit F ekeln beleuchtet, und in der Gaüerie desselben befand sich ein Chor von Musikanten, welche diesen Abend die unvergkeichligsten Synsonien aufführten. Eie ch am Tage nach ersterwehnter Ankunft hielten Ihro Majestät die Königin zu Neapel Dero ftyerli- chen Einzug tndieftHaupt-und Residenzstadt. Ihro Majestät hatten sich zu dem Ende desselben Morgens durch das St. Ianuarienthor hinaus in den Palast von Fovmo begeben, und nachdem daselbst von denen Gesandten und Ministern der auswärtigen Höfen und dem Herrn Ettb schoss die Glückwünsche avgeleget worden, ist besagter hoher Einzug um 21 Uhr wirklich vor sich gegangen.
Umständliche Beschreibung der Feyerlichkeiten dty der Drruräblurrg des Prinzen von Oranien, Erb- staithakkers der vereinigten Niederlande mit der König!.
Preuffifchrn Prinjeisin wrlhelmine, welche den 4ten Oetvber zu Berlin vollzogen worden, er Prinz von Oranien hatte am 2Oten September dreRerse nach Berlin angetrrten, woselbst er zu Ende dieses MonatS anlangte. Nachdem sich der Prinz von der Beschwerlichkeit der Reise erholet hat- re, und alle Veranstaktt-nzen zu der bevorstehenden Dcrmähkung gemacht waren, fo ging die Trauung den 4.Octvbervor sich. An diesem Sonntagwur^e diese Aeyerkichkest inallenKtrchenvorr denen Canzeln «bgekundig 't und in das Kirchengebet eingefchlossen. Dcy seiner Majestät, dem König, war Mittagsgrose und zahlreiche Cour, wobey sich dre kostbarste« Equipagen der in-und ausländischen Herrschaften, dee fremden Herren Gesandten und vieler andern, durch Pracht und schönen Geschmack wechftlswei.se hervor rhalen. DesMittogswar dLfttvstgwft Tafts» Dem
gemachten Reglement gemäs, begaben fich gegen 6 Uhr AbendS die Prinzen und Prinzessinnen König!. Hoheiten, der Würtembergifchen und Braunschweigischen Prinzen Durchlauchten, der hohe Adel bcp* derley Geschlechts, die hohen Herren Generals und übrigen Standespersonen in prächtiger Galla, auf das Könrgl. Schloß, woselbst indem herrliche leuchteten weissen Saale unter einem roth fammrten mit Gold gestickten Baldachin, die Copulation geschehen sollte. Se. Hochfürstl. Durch!, begaben sich in Drap d'Argent gekleidet, und mit dem reich mit Brillanten besetzten Ordenszeichen des schwarzen Adlers, womit Se. König!. MajesiatHöchstdieselben beschenket, aus Dero Zimmer in Begleitung der König!. Prinzen zu Ihro König!. Hoheit der Prinzess,n Braut, woselbst das ganze Kön. Haus versammelt war. Ihro König!. Hoheit waren gleichfalls in Drap d'Argent geklerdet, trugen einen überaus kostbaren Schmuck und Crone von Brillanten, und wurden von den Prinzess ane« Kön. Hoheiten, begleitet, die Schlep- pe aber von vrerHofdamen getragen. Nachdem Se. Majestät der König, nebst des Prinzen vonPreussen Könrgl. Hoheit, des Prinzen Eugen von Würtems berg und der Braunschweigischen Prinzen Durchlauchten, sich in den weissen Saal begeben hatten, so erhob sich das Durchlauchtigste Brautpaar, tn Begleitung Ihro Majestät, dee Königin, und sämtlichen Prinzessinnen Ksnigl. Hoheiten, eben dahin, allwo der König!. Oberconststorialrath und erster Hofprediger, Herr Sack, die Trauungsceremonien verrichtete, und die Ringe gewechselt worden, in Welchem Augenblick aus 12 im Lustgarten neben dem Schloß gepflanzten Canonen, eine dreymalige Salve gegeben wurde. Nach Endigung dessen wurden von den Höchsten und hohen Anwesenden die Glückwünsche abgestattet, worauf sich der Hofzum Spiel setzte. Gegen 10 Uhr begab sich derselbe endlich ürr Tafel. Es wurde in gedachtem weissen Saale an sieben prächtig servieren Tafeln von dem goldenen Service soupier. An der ersten befand sich das Durchlauchtigste Brautpaar, bey dem der HekrvonGslzundderEam- mecherr, Herr von Edelsheim die Aufwartung hatten, nebst dem ganzen König!. Hause. Beyde Herren GeneraÜieukenants von Wykich und von Budden- brock Excellenzien, legte» die Speisen vor. Ander zweyten wurden von des ersten König!. Cabinetsmi- nisters Herrn Reichsgrafen von Finkenstrin Exccl- lenz, an der dritten von Sr. Excellenz des Herrn Gouverneurs Generallieutenan s von Kamm, an der fünften von dem König!. Oberfchenken Herrn Reichsgrafrn Henkel, an der siebenden von dem Kön. Obristlieutericmt Grafen von Schkieben, die Hon- n urs gemacht. Nach aufgehobener Tafel ward der FackAanz gehakten, und beyde Neuvermählte von dem König!. Haufe nach Dero Retirade begleitet.
Den5. Vormittag war beySr.Majest. demKömg zahlrriche Cour, rmvMttass &m Diner an 5 Tafeln.