Cavalliers zur Hofklage unrerfsget worden. Auch müssen sämtliche Stücke von tüchen Boy, wollenen Zeugen und andern dahin gehörigen Sachen auS den inländischen Fabrtquen genommen werden.
Wir verlassen nunmehr dese traurige Scene, und wenden uns zu freudigen. Es iss dieses die Vermähr LmigSetner Sicilismschen Majestät mit der Erzherzogin Carolina König! cher Hoheit. In den ersten Tagen des Aprilmvnats gieng n die Fryeri'.chkeiten an. Nachdem vorher die Sache durch Privatunterhandlunge» in Richtigkeit war gebracht worden, so vereitere sich nunmehr alles zur feyerl chen Vollziehung. Eben der königl. Neapolitanische Herr Bott- schafter Duca von St. Elisabeth, welcher den Auf- rrag hatte, bey der vorseyenden Vermahlung der höchstselig verstorbenen Erzherzogin Marra Joseph«, deren Vollziehung aber, wie wir gemeldet haben, durch den Lob dieser Prinzessin un erbrochen worden rsi, wurde auch zu diesen Feyerlichketten besonders bevollmächtiget. Es schickte sich nunmehr alles jur Vollziehung an. Am vierten April liessen Ihro Königliche Hoheit den Adel beyderley Geschlechts zur Urlaubaudienz und zum Handkuß. Den folgenden Tag darauf geschähe die feyerliche Anwerbung., und den 6ten die- gewöhnliche Renunciatron auf die väterliche und mütterliche Succession, mit den bey dergleichen Gelegenheiten gewöhnlichen' Ceremoniem Der siebende April war der zur ehelichen Einsegnung bestimmte Tag. Diese Feyerlichkeik gieng in der Augustiner Kirche vor, welche, und sonderlich der A>-' rar in derLoretto Capelle, vor welchem die Trauung geschah, aufdas kostbahreste und herrlichste gezieret war. An diesem Tag um 12 Uhr erhoben sich Ihro Kaiser!, und Königl. Majestäten mit den sämtlichen Durchlauchtigsten Herrschaften in kostbarsten Ge- fchmuck und Kleidung über den neuen Gang in die Hofkirche. Voran traten die K. K. Edelknaben, Truchsesse und Mundschenke, Cammerhcrren und Geheimden Räthe, sodann die Ritter, Commandeurs und Gros-Crerrze, des Königl. St. Stephani, und des Militair Marien Theresien Ordens und die Ordens Ritter des goldenen VliesseS. Auf diese folgere der Königl. Sicilranische Herr Bottschafter unmittelbar vor den Durchlauchtigsten Herrschaften, wel, chen die Fürstinnen Hof- und Stadtdamen in kostbarstem Schmuck und Putz nachfolgeten, böym Hin- u«b Zurückgang führeten Ihro Majestät die Kaiserin Königin, die Königl. Braut, welche in einem weissenSilberstück gekleidet, und mit einem Schmuck Don unschätzbarem Werth gezieret war, lM Kaiser!. Hofgebrauch nach an der rechten Hand. Die eheliche Einsegnung wurde per Procurationem, wozu Seine Königl. Hoheit derErzyerzog Ferdinand von Seiner Königl. Majestätbeyder Eicüien die Vollmacht empfangen hatte, von dem päbstlichen Herrn Nuntio mit den gewöhnl'chen Zierlichkeiten vollzogen; der wienerische Herr Meihbischoff und hie sämtlichen
Herren Prälaten, der Hok-und Burgpfarrer, Hof-Ce» rernon akius,derOb'rhoscapellan, d.e Hoscapellane, und die übrigen dazu gehörigen Geistlichen fanden sich dabey zumBeystande ein. Zu gleicher Ast wurde das kleine und grobe Geschütz a-dgeferrert. Nach der Zurückkunft aus der Kirche haben die vermählte Königin beyderSicrlicnMajestät die blaue mir Gold reich bordirte Reisekleidung angej^gen, in welcher Uniform auch diezuDero Begleitung und Bedienung währender Reise bestimmte Damen und Cavalliers, wie auch der Neapoli anlfche Herr Bottschafter, wel- chrrdieReAmitMachte, erschienen/ Dieser letz ere hatte noch vorher bey Hof seine Abschiedsaudtenz. Ihro MalestatdleKönigin traten hierauf, nach der Mtlichsten Beurlaubr-.Lg von Ihro KÄiftrl. und Kon. Majestäten, wie auch den sämtlichen Durchlauchtigsten Herrschaften ihre Resse an, und wurden unter Voraustretung des aaftren Hofstaats, der Camme- rer, Geheimden Räthe, und Obersten Hofämtern, und in Befolg der Hof-u id Gkadtdamen von Seiner Königl. Hoheit, dem Erzherzog Ferdinand, an der 0 and brs zum Reisewagen gefuhret. Die Assahtt vonHofgeschah in nachstehender Ordnung untervie- len tausend Glück- und Seegenswünschen des unzählbar auf allen Strassen versammelten Volks. Voraus ritt ein Trupp Dragoner, und nach diesem drey blasende Postillons. Huraüfkammeinemdspänni- gen Wagen der Herr Göneral und Obc'st-Postmeister Grafvon Paar, ein Postofficier zu Pferd, eindfpän- niger Wagen mit 4 K. K. Cammecherren, ern ande- rerworinnen derzurF- hrungundUebergabe derKö- nigin Majestät bevollmächtigte Kaiser!, und Königs Herr Bottschafter, General Feldmarschall GrafPal- lavicini, und der Herr Obrist-Hofmeister Graf von Schasgotsch, nebst noch 2 Cammerherren fassen. Der König!. Reißleibwagen wurde von 2 Kaiser!. König!' Leibpostillivns gefahren, in welchem Ihro Majestät dicKönigin alleine obenan, und gegen über die Frau Gräfimvon Paar, als Qbrrst-Hofmeisterin fassen; demselben ritten nach vier deuksche.adeliche Leibgarden, ein-Hof- und Cabinekscurier und 2 Hofpostil- lions. Darauf folgeren 2 sechsspännige Wagen, ru welchen die Frau Gräfin von Schasgotsch und 3 K. K. Hofdamen süssen. Endlich schloß den Zug eine halbe Escadron Dragoner. Das übrige zahlrercheÄeisge- folge war bereits den 5.U.6. April voraus, theils nach Neustadt als der ersten, und the ls nach Neuwieden als der 2ten Nachtstation abgereise't. Aufdem Burg- Platze stunden zur rechten Seite eine halbe Br-gade von der deutschadelichen, und eine halbe von der König!. ungarischen adelichen Leibgardezu Pferd mit chl ken Offtciers und Trompetern, zur buken Serke aber die Kaiser!. Leibgarde zu Fus in zwey Linien mit ch- renOsscrers und rührenden Spiel, und weises hm- unter eine halbe Escadron Dragoner zu Pferd, in# gleichen auch die Hauptwache im Gewehr. Der Zug ging über den Michaeler Platz, Kohlmarkt, Graben,