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war, so liegt das Stift von beiden Seiten zwischen Mauern.
i) Unter der ehemaligen aristokratisch - demokratischen Regierung der Magistrat, oder Gesetzgeber und Senatoren (die in griechischer Sprache Ephoren heißen) der Stadt Frankfurt.
fc) Dieselbe ist in denr botanischen Garten des Stifts; dicht dabey steht ein Cppressenbaum und trauert in heiliger Stille.
l) Ist für diejenigen Kranken, so in der Roth von
Freunden und Verwandten verlassen sind, eine wahre Wohlthat Gottes; und der in denr Stift als Patient war, und dieses nicht erkennt, der hat ein Herz von Stein.
m) Ist ein Holzwurm, der zwei Zoll lang ist; nahe
an seinem Kopf ist er mit einem röthlichfärbigcn Ringelchcn umgeben; er tödtet die stolze Eiche, die den Deutschen heilig war, und die im Pflanzenreich das höchste Alter von 5oo Jahren erreicht, in so- ferne in dieselbe nicht der schädliche Wurm kommt, dessen Geschlecht in den Eichwäldcrn öfters große Verheerung verbreitet, daher die Deutschen alles anwandten, um den Wurm zu vertilgen, dessen Namen ehedem die deutschen Barden dem Tod bep- legtcn. Die Frucht des Eichbaums wußten ehedem die Deutschen so zuzubereiten, daß dieselbe ihnen zum Essen stakt Brod dienlich war, und von den Eicheln und Eichenmispeln verfertigten sie das Guc- till (Gueheil), das sie in Krankheiten als eine Ar, zcney sich bedienten, und auch damit ihre Wunden heilten; daher wohnten auch ehedem die Deutschen in Erdhütten in ihren heiligen Wäldern, die ih< nen Nahrung, Kleidung und ihre natürliche Me- dicin verschaffte, im prachtvollen Tempel der Natur, in dem sie, nach patriarchalischer Religion, unter dem ewig treu blauen ätherischen Gewölbe des Him--