Herr Geheime Rach, Graf von Vitzthum, aber nach München gehen.

Hannover, denry.Nov.

Die seit des Königs Anwesenheit anhero gekom. mene Fremden reisen jetzo allmählig wieder von hier ab. Der Kayserl. Minister, Freyherr von Was. mer, ist am Dienstag nach Wien uns der Königs. Pohinische Minister, Graf von Flemming, nach Warschau abgangen. Die andern Minister, so zu London residiren , haben sich dahin zurück begeben. Die;. Obrist. Lieutenants, weiche IhcoKünigl. Majestät Tages vor Dero Abreise von hier bey der Leib-Gmde, und der dritte als commandirender Major bey dem Escadron Granadier-GardeL ge» fianven. Die 8 . andern Qbrist-Lieutenants bey Der Infanterie sind die Majors Schele, Bothmar, Ilten, Borck, Sköln, Hakberstadt, Plate und Stralenheim, von denRegimentern vonKielmanns- egge, Krug, Freudemann, Münchow, Oberg, Borck, Böselagerund den Gardes. Jhro Maje. fiat haben ausserdem den Capitain, Grafen von Schulenburg zum Major bey der Leib-Garde ernen­net , und dein Titulair-Capitain bey der Garde zu Fuß , Herrn Düring, eine Compagnie bey dersel­ben conferiret: Der Capitain - Lieukenantvon Alt, ist dabey wieder zum Titulair-Capitain, der Lieute­nant Quernheim rumTitulair-Capitain-Lieutenant, Der Fahndrich Oynhausen zum Lieutenant, und Der Page Graf Oynhausen zum Fähndrich avanci- xet. Die, Wolffcnbüttelsche Artillerie, welche vorgestern Atzend aus den Niederlanden in hiesiger Nachbarschassl eingetroffen, hat gestern allda Rast- Tag gehalten, heute früh aber sich wieder nach Dem Hildesheimischen auf den Weg begeben, nach Braunschweig zurück zu kehren. Der Herr Dr. Werlhof ist vorgestern in aller Eile nach dem Hof. Lagerdes Churfürsten zu Cölln abgereiset, woraus man Messen will, daß Seine Churfürstl. Durch, jaucht sich kranck befinden möchten.

Düsseldorfs, den 2.9. Novembr.

Der Capitain von derHuffaren-Compagnie, wel­che ChurCölln zu Auffuchung der herum vagiren- den Spitzbuben und Räubern hat auftichten wol­len, ist mit der völligen Montur, Compagnie Gel» dern und Pferden durchgegangen. Weilen zu Camp in der Bernardiner - Abtey, eine Stunde auf der Seite von Rheinsberg, und in Rheinsberg selb- sten, einige Spitzbuben gefangen sitzen und auf der Tortur bekannt haben, daß einige von den hier in- hafftirten von ihrem Complo't wären, jo sind auf eingelauffenen Bericht von gemeldten zwey Orten, die allhier sitzende, welche in 3. Manns - und r. Weibs-Personen bestehe», exarmnirt worden, dir

aber alles gelaugnet haben, dahero man selbe un­ter einem militärischen Commando nach gemeldten beyden Orten abgeführet hat, um mit den allda inhafftirten ronfrontirt zu werden.

Ein anders aus Hamburg, den 3 o. Nov.

Nachdem die gewöhnliche Briefe aus Stockholm zwey Tage ausgeblieden, so sind dieselbe endlich angelangt. Man vernimmt mit denselben, daß bereits 10. Schiffe von der Linie, welche man in Schweden zvm Dienst der Croye Franckreich ge- bauet,unter Segel nach den Französischen Häven abgelaussen wären; man setzet hinzu, daßFranck- reich üder diese annoch 16. neue Schiffe von so. bis 8o.Canonen, zu erbauen verordnet habe.

Heüevoet-Sluys,den z. Decembr.

Gestern sind Jhro Gwßbritannische Majestät unter einem günstigen Wind, kurtz nach dem Mit­tagmahl nach England unter Segel gegangen. Das Gefolg Ihrer Majestät ist sehr zahlreich.

Lippfmdt, den z.Dec.

Am r«. dieses kai» der Courier wieder hierdurch, welcher dem König!. Schwedischen Hochfürstl. Hes­sischen General-Lieutenant, Herrn von Mansbach die letzte Ordre zum Rückmarsch des Chors von 9000. Mann nach Nimwegen gebracht, und man hat seit dem zuverlässig erfahren, daß besagtes Chor am s. dieses aus dem Gebiete von Nimwegen aufbrcchen,und über Arnheim und Zütphen durchs Bißthum Münster und Paderborn nach dem Hes-

senjattde zurück kehren werden.

Elbstrohm, den 4. Decembr.

Mit denletztern Briefen aus Petersburg ist die Nachricht eiugelauffen, daß man daselbst aus Con. stantinopel den Bericht erhalten, es nähme die Seuche der Pest, sowohl in der Eiropäischen als Asiatischen Türckey mehr und mehr überhand, da­her hätten die Statthalter der Rußischen Platzen die Fahrt nach Constantinopel aufzuheben den Schluß gefastet. Uber dieses habe der Rußisch, Kayserliche Ambassadeur zu Constantinopel folgen­den Bericht nach Petersburg geschicket: Daß we, gen der Pest der Troß-Sultan samt dem grossen Theil seiner Ministers die dortige Residentz ver- lassen, und sich nach dem zwey Meilen davon am Heüespont gelegenen Lust-Schlosse erhoben, auch wäre denen zu Pera beßndlichen Christlichen Bot- schafftern die Freyheit gegeben worden, sich nach Venen ohnfern gedachtem Schlosse fituirten Höfen zu begeben.

Nieder-Rheinstrohm, den 4. Decembr.

Seit deme eine zulängliche Anzahl Truppen in Leyden zur Besatzung eingerücket, undumHarlem herum dergleichen Truppen cantouiren, so halt sich