Skauenthaler Berglteö
Bon Friedrich Horns eck.
Biel stolze Burgm kennt der Rhein, Manch fromme- Kloster nennt er sein, In deren Ring die Rebe blüht;
Bon Hochheim bis zur Brömsrrburg Manch' edlen Keller probt' ich durch Mit durstigem Gemüth.
Da liegt in Fässern, Jahr für Jahr Die Allmacht GotteS wunderbar In tropfbar-flüssiger Gestalt . . . Johannisberg und Eberbach!
O taufend^ Wonnen wirken nach, Wenn euer Name schallt.
Und Reben rings, wohin ich schau', Doch der Juwel vom ganzen Gau,
Der schmückt ein schlichtes Dörflein nur! DaS Bürgerkind von Rauenthal Wächst unbewacht int Sonnenstrahl Auf freier Bergesflur!
Kein Stammbaum leiht ihm Ruhm und Ehr, Kein Kloster weiht' durch fromme Lehr'
Zu Würden ihn und Aemtern ein;
Und dennoch auf dem Fürstentag *) Verherrlicht er das Festgelag Zu Frankfurt an dem Main.
Und küßt ihr seines Kleides Saum, -G». wirkt es Wunder wie rin Traum, Da» blumniduft'ge Goldgewand . . . Daß ist fürwahr das goldne Vließ!
Die ganze Welt hat in Paris Den Preis ihm zuerkannt!
Magyaren
staunend
Mark
Das war kein Sieg im blut'gen Streit, . . Er dankt ihn nur der Lieblichkeit Dem milden Geist voll Sonncnkraft;
Die Blumensprache, die er spricht,
Ist ein berauschendes Gedicht Voll süßer Leidenschaft!
ES ist kein Märlein, was ich sang,
DaS ich erfand beim Becher klang In mondbeglänzter Nacht am Rhein . . . Die Wahrheit Hab ich selbst erprobt: Gepriesen sei und hochgelobt Der Rauenthaler Wein!
*) Der Fürstentag war eS, der dem Rauenthaler 1889er zuerst eine» Triumph über alle anderen Lagen des Rheingaues verschaffte. Die Weltausstellung in Paris hat durch die hochfeinen Auslesen auS den Kellern von A. Wilhelms in Wiesbaden, Siegfried, König und Weiß- kirch in Rauenthal diesen Ruf in einen Weltruf verwandelt. Eine Collection von Rauenthalern, wie sie in fünfzig Sorten aus den Jahrgängen 1857—1865 auf der Weltausstellung vorhanden war, dürste «nfer Jahrhundert wohl schwerlich zum zweiten Male hervorbringen.