den: von Bern die Herren Schultheiß NeuhauS, Regierungßrath Dr. Schneider und Regierungs- rath Bandelier; von Solothurn die Herren Land­ammann Munjinger, AZice-Landammann Brunner > und Negierungsrath Eartier; von Aargau die Herren Landammann Frei-Herose und Regierunqs- rath vi'. Wieland. Die Abgeordneten von Ba- selland sind noch nicht bekannt.

Berichtigung.

Gießen, 1. De;. Der Rheinische Beobachter enthält in Nr. 328 einen Artikel datirt: Aus West- phalen den 20. Nov., welcher gegen des Unter­zeichneten Schrift:Die Berechtigung der protestantischen Kirche Deutschlands zum Fortschritt" rc. gerichtet ist. Durch Ver­drehung des Sinnes soll das von mir in dieser Schrift Gesagte lächerlich gemacht werden. Darü­ber kann ich mich leicht und zwar lächelnd be­ruhigen. Jede Verdrehung der Art wurzelt in der Erbsünde, und ist eine Unsittlichkeit, die als solche ihre Verurtheilung schon in sich selbst trägt. Jndeß glaube ich es doch den etwa irregeleiteten Lesern dieses Blattes, und insbesondere den Vie­len, welche mein Schriftchen nicht in die Hände bekommen haben, schuldig zu sein, Einspruch gegen jenen Artikel zu erheben und auf das Richtige hinzuweisen *).

Mein Schriftchen soll seinem Hauptthrile nach geschichtlich und zwar unter der Vorlage der ge­setzlichen Urkunden Nachweisen, daß der Deutsche Protestantismus nicht, wie der Protestantismus Englands und anderer Länder, symbolisch abge­schlossen ist, sondern vielmehr eine weitere Entwicke­lung und einen weiteren Fortschritt, auch abweichend von dem Symbole, auf dem Grunde des Schrift- prinzipes ausdrücklich gestattet. Ist dieser Satz richtig, und daß er es ist, sagen nicht bloß die beigebrachten Urkunden, sondern auch das Urtheil bewährter Männer, unter welchen der ehrwürdige Schlosser (siehe seine Anzeige meiner Schrift in Nr. 51 der Heidelberger Jahrbücher) oben ansteht, ausdrücklich: so ist es in Deutsch­land gesetzwidrig, wenn Einzelne sich heraus­nehmen, Anderen, welche nicht an den Symbolen

*) ;ui> myer Korrespondent, der freilich so gut an de» ! Folgen der Erbsünde leiden wird, wie der Prvtenv* t Credner, irgend etwas in dein Schriftchen verdreht ' habe, wissen wir nichr, da uns dasselbe nicht zn Ge­sicht gekommen. Wir sind aber um so mehr vom Ge­genteil überzeugt, als die Hauptvorwürfe, daß Hr. Credner derlästerlichen" rc. Evang. Kirchenzeitnng und seinem Herausgeber den Mund stopfen wolle, und zweitens, das; er die Literarische Zeitung ein kniffiges, unredliches Blatt genannt habe, in dem ergenhändigen Schreiben des Hrn. Prof. Credner ihre volle Bestätigung finden. Was will also Hr. Credner mit seinerBerichtigung"? Glaubt er, daß sie ihn rechtfertige? Wir wollen sehen.

Ein protestantischer Professor an einer dentfchen Universität stellt das Verlangen, die Regierung, denn nur sie kann vernünftiger Weife gemeint fein, solle einem andern protestantischen Profess,r an einer an­dern deutschen Universität den Mund stopfen, das heißt, um einen etwas anständigeren Ausdruck zn ge­brauchen, das Schreiben verbieten. Ein pro­testantischer Theolog fetzt also gewissermaßen die Schriften eines andern protestantischen Theologen in Bausch und Bogen auf den Index. Einen andern Sinn können wir in dem ordinären Ausdruckeden Mund stopfen" »licht entdecken. Und diese unwürdige Anforderung ist dem Hrn. Professor nicht etwa in böser Stunde, in raschem Zorn entfahren; er bereut sie nicht etwa; nein, er wiederholt sie, er findet sie sogar in den preußischen Gesetzen begründet! Die Evang. Kirchenzeitnng ist seinen ausdrückliche» Wor­ten nach etwas Ungesetzliches, und die preußische Regierung hat somit sehr Unrecht gehabt, das unge­setzliche Bestehen derselben so lange zu dulden. Nun, hat denn unser Korrespondent mehr gesagt?

Eben so begründet ist, wie ein Jeder, der Angen hat, sich überzeugen kann, der zweite Vorwurf unse­res Korrespondenten: Hr. Prof. Credner nennt die Literarische Zeitung ein kniffiges, unred. liches Blatt. Denn wenn Hr. Credner auch nicht dasselbe Wort (unredlich") gebraucht/ so gebraucht er dafür ein anderes, das um kein Haar weniger sagt. Also noch einmal: was will der Hr. Professor mit seinerBerichtigung"? Begreis's, wer kann-

Die Literarische Zeitung wird in den Augen der Besonnenen, die nicht an der rabies Theologorum leiden, durch das Urtheil des Hrn. Credner nicht verlieren; auch fehlt es dem Herausgeber und seinen Mitarbeitern, wenn sie von dem unwürdigen Angriffe Notiz nehmen wollen, nicht an Waffen, um sich selbst zu vertheidigen und den schwachen Gegner ans dem Felke zu schlagen. Wir wollen also kein Wort dar­über verlieren. Aber tief beklagen müssen wir, daß eine so gemeine Gesinnung in der deutschen Literatur eingerisseu ist; tief beklagen, daß sie namentlich auch unter einem Theile der protestantischen Theo­logen eingerissen ist, die sitzt ganz besonders ver­pflichtet sind, ein gutes Beispiel zn geben und der Welt zu zeigen, daß sie das Evangelium der Liebe auch mit dein Herzen erfaßt haben. A. d. R.

hasten das gesetzliche Bestrhen als Protestanten m ueblofer, verketzernder, v^dammender und auf­reizender Weile abzusprecher. Dies geschieht aber m der Evangelischen Kircftnzeitung deS Herrn Hengste nberg, die sich cherdies nickt auf die kirchlichen Zustände PreußerS beschränkt, sondern auch in die kirchlichen Zustande anderer deutschen Lander, deren kirchliche Gesetze sie nicht einmal ken­nen kann, verdammend undaufreizend einzugreifen unterfangt. Ein solches Berühren »st offenbar, nach der in meiner Schrift vorcusqegangenen Erörte­rung, in welche der Berichtrstatter aus Westpha- > len klüglich nicht'eingelen zu wollen er-j klärt, ein ungesetzliches. Wie nun abhelfen?! Von wissenschaftlicher Widelegung eines Blattes, dessen Waffen Verdächtigukg und Verdammung sind, kann keine Rede sein. Ist es wahr, daß der Andersdenkende keinen geglichen Anspruch auf Geltung hat: so bleibt sein Standpunkt ein un­gesetzlicher und damit uneraubter, er mag thun und sagen was er will! Es bleibt also, zumal in einem der Censur untenvofenen Lande, nichts weiter übrig, als das Verbot des Ungesetzlichen. Das Ungesetzliche trifft aber im vorliegenden Falle dieEvangelischeKirchenzeitung. Darauf nur bezieht es sich, wen« ich S. 109 meiner Schrift sage:Man solle dm lästerlichen aufrei­zenden, vergifteten und vergiftenden Blatte und seinem Herausgeber, dem Hern Hengsteuberg! den Mund stopfen, und duch die Thal zeigen, daß eS ein Ernst fei, dem Deutschen Protestan­tismus fein nicht durch Brittenthum verküm­mertes Rechts zu lassen". Die letzteren Worte machen eS für jeden, der mr begreifen will, be­greiflich genug, daß eS sih nicht um daS Ver­bieten eines Blattes, sondern um das Verbieten einrS ungesetzlichen Hervortreiens mit verderblichen und aufreizenden Maximen handelt, zu deren Or­gane die Evangelische Kirchen-Zcitung sich hergibt. Die Charakteristik dieses BlatteS ist aber von mir im Wesentlichen mit solchen Worten gegeben, welche einstmals im sechszehnten Jahrhunderte die prote­stantischen Fürsten Deutschlands zur Bezeichnung eineS Verfahrens, gleich dem der Evangelischen Kir« chen-Zer'tung, gebraucht haben, wie schon ein Blick in die gleich auf den folgenden Seiten 110 und 111 zu lesende Erklärung, welche diese Fürsten 1566 JLiifet öbj|ab«n, beweisen kann.

Daß Hr. Hengftenberg meine sämmtlichen

bloö- Eine exegetischen, ungünstig vrurtyenk, gu,ur>, M frfrf mn- T.-h nn ff« cs vielmehr m l l Zuv e r |Tui' cVliii P|)enoar rennte ich nur in Folge einer grobe» Verirrung von mei­nem theologischen Standpunkt auf den de§ Hrn. H e n g st e n b e r g gerathen sein. ES ist übrigen- die betreffende Äeußerung recht charakteristisch für den Hrn. Berichterstatter auö Westphalen, welcher sich überredet: ich habe, von He ng sten b e r g' S, für mich ganz nichtigen, Autorität getroffen, laut ausgesckrien. Dir Literarische Zeitung habe ich alS ein kniffiges, d. h. kein» lauteren und offenen Ten­denzen verfolgendes und datum Unheil stiftendes Blatt bezeichnet; und es ist bekannt, daß ich, dem alles Unredliche und Gleisnerische verächtlich ist, nicht allein so denke. Der ipahren, freien, offenen, auS geistigem Streben hervorgehenden Wissenschaft bin ich dagegen noch nie, auch bei meinen wissen­schaftlichen' Gegnern nie irgend hemmend in den Weg getreten, und eben so ferne habe ich mich stets von aller Verdammung Anderer blos um ihres Glaubens willen gehalten.

Der Grundgedanke aber meines Schriftchens ist kein anderer, als der geschichtlich dnrchgeführte und zuletzt auf die Zeitverhältniffe angewandte Satz: Gestattet der protestantischen Kirche Deutschlands ihre freie Entwickelung. Der deutsche Protestant hat ein Recht, die- zu fordern; nicht bloß, weil es ein unveräußerliches Recht des menschlichen Geistes ist; auch nicht bloß, weil der Geist der Zeit unaufhaltbar dazu drängt; sondern auch darum, weil ihm diese Entwickelung, wie sie im Wesen des deutschen Protestantismus und selbst in Luther's Vor­gänge, der amore et stiuiio elucidandae ve- ritatis in nomine domini nostri Jesu Christi auf­trat , ihren Grund hat, durch den Augsburgischen Religionsfrieden vom Jabre 1555 und die deutsche Bundesakte von 1815 bis auf die Gegenwart her­ab gesetzlich zugesichert ist, vaö Ungesetzliche also auf Seiten der Gegner dieser Entwickelung liegt. Ruhe und Friede in Deutschland kehren 'dauernd nicht eher zurück, alg bis diese tief in alle Verhältnisse der Gegenwart eingreifende Forderung erfüllt ist". Und dafür wage ich eS zu bürgen, im Vertrauen auf den Menschengeist und auf die Geschichte d. h. auf die Erfahrung v»u Jahr-

Börsencourse der Staatspapiere und Aktien.

Amsterdam, 4. Dez. 2%% Int. 59'/,; Han- delSg. 157 7 /»; Ardoin. 22'/.»; 4% Hope SO 1 /*'» Eisend.- Akt. Anist.-Rott. - ; Arnh. 113*/»; Disconto 5%%.

Berlin, 2. Dez. 3%% St.-Sch.-Sch. 98V* Br., 97%G.; Präin.-Sch. - B-, 85%G.; Eisenb.-Akt. Berl. Änd. - Br., 116% G. 4% Prior.-Obl. 99 G.; 5°/. Düfl.-Elb. 96 Br., 95 G. 4% Prior.-Obl.97%Br., 96% G.; Rhein. 86 Br., G.; 4°/« Prior.-Obl. 97 Br.

Frankfurt, 5. Dez. HoU. Int. 59V.«; Oesterr. Met. 5% 111», («., 4° . 101 Br., 3% 77 Br..

500 Fl.-L. 161*,* Br.; B.-A. 1931 Br. 1929G.; Span. 3*' 0 32% > El sind. Tann. 376.

Wien, 29. Nov. Met. 5% 111, 4«/. 100%, 3% 76; Loose 1834. 160, 1839.127%; Bankakt'. 1605., Nordb. 191.

Paris, 3 Dez. Rente 3°/, 82,25; 5% 116,70, Span. 5% , 3%.

London, 3. Dez. 3% Cons. 95%.

Madrid. 26. Nvo. M. 3% 36.

Frucht-, Getreide- und De-Preise.

Amsterdam, 3. Dezember. Weizen und Roggen ohne Handel. Gerste flau; 114pfd. schles. fl. 190. - Hafer still; 87pfd. fein. fl. 145. - Buchweizen in den besten Sorten keinen Umgang; ausländische preishaltend und verkauft; 114-, 117pfd. holst, fl. 240, 250.

Kvhlsaat: alt. elve. 60% L ; auf 9 Faß im Dez. und April 68 L. Leinsaat wie früher; 109, llOpfd. riga. fl. 265.

Rüböl gleich und «nf Lieferung fthr angenehm; per 6 Woch. fl. 39%; effekt. fl. 38; per 2Ibfolgebrief fl. 37% ü Va; Mai fl. 38% » 37%; Sept. fl. 36 Vi. Leinöl

per 6 Woch. fl. 28; effekt. Woch. fl. 32; effekt. fl. 31.

fl. 27.

Hanföl per 6

Neuß, 5. Dez.

Weizen . .

Roggen . . . Wintergerste . . Sommergerste . Buchweizen . .

Hafer ....

Erbsen . . . Rappsaamen . . Kartoffeln . . .

Heu p.C.v.UOPf.

Kleiner Saamen Rüböl p. Ohms 282 Pf. v. F. . . 36 22

Thl.G.Pf., Rüböl p.Mai 1845 35 15 - 3 2 - dito pr. Okt. .-

2 16 8 Leinöl pr. Ohm . 30 15 1 25iRübkuchen p. 1000

1 23 i Stück Stampf 43

, 2 7»Preßkuchenpr.2000

1 1 8| Pfd.37-

3 20 ^Leinkuchen pr. 2000

4 6l Pfd. . , . . 53 27> Branntwein p.Ohm

18 Gr- . . . 16 15 - Gereinigtes Oel 38 15 Stroh p Schock v.

25

1200 Pf.

6

1845

v.

Civilstand der Stadt Köln.

Geburten. Anna Maria, T.

-"Joh., %. ..

Agnes, T. v. Wilh. Ropern, Schuster, Gertr., T. o. Martin Hoffmann, Joh. Hub., D. v. Paul Wilh. Franz Lavier

2. Dez.

Heinr. Moers,

Job. Deuz,

v.

tTTTTTn , w

Tagl., Altengr.

Mariengartcng. _

Stnckatnrer, gr. Spitzeng. ^

Gehlen. Bäcker, Mühlenbach. ^...

Hub., S. v. Barthol. Paffenbolz, Bäcker, Johannstr. Adelh., T. v- Joh. Bapt. Lüttgcn, Änchdrucker, Ursnlast.

Anna Maria, T. v. Joh. Malzmüller, Buchdrucker, Weideng. Franz Jos., S. v. Joh. Bernickel, Fnhrm.» Weideng. Konr. Hub., S. v. Joh. Balzer, Schloß ferm., Johannstr. Joh. Bapt. Wilh. und Elisab,, Zwill. v. Joh. Harperath, Priv.-Sekretär, Tempelstr. Louise, T. v. Aug. Müller, Handelsm., Thieboldsg. Ein unehel. Mädchen

Ster befalle. Peter Pickel, ohne Gew., 79 I. alt, Willwer, Häinerg. - Bertr. Kober, Faßbinder, 65 I. alt, verheir., unter Kalenh. Anna Maria Richartz, aeb. Schieffer, 82 I. alt, unter Kalenh. Math. Har­tenberg, Faßbinderm., 48 I. alt, verheir., Straßburgerg-

Will). Jos. Geyr, 8 I. alt, Seoerinstr. Heinr. Radermachcr, Schreiner, 38 I- alt, verheir., Enlen- garteng. Joh. Hub. Gehlen, 16 St. alt, Mühlenbach.

Maria Frieder. Louise Jakob. Weidtmann, 18 I. alt, unverh., Drusnsg. Julius Eugen Simons 7 M. 17 T. alt, Neumarkt. Ein unehel. Mädchen.

Schiffahrts-Anzeige.Köln, den 6. Dez. 1845.

Angekvmmeii: C. Königsfeld von Duisburg.

In Ladung: Nach Ruhrvrt bis Emmerich I. W. Hack; nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr L. Ducoffre; nach Andernach und Neuwied G.Krämer ». C. Schäfer; nach Koblenz und der Mojek I. Zeiler; nach Bingen H. Harling; nach Mainz J.A.Messinger'; nach dem Niedermail! Ph. Würges; nach dem Mittel- und Odermain M..Rvth; nach Heilbronn L. Heus;; nach Kannstadt und Stuttgart; nach Worms und Manheim I. Jonas.

Ferner nach Rotterdam Kapt. 5paasters Köln Nr. 22, nach Amsterdam Kapt. Peer Köln Nr. 13.

Emmerich vorbeigefahren den 4. Dez-: 2l. Holthaus von Antwerpen nach Neuß und Köln mit 2963 Ctr.; Kapt. Range, BriggHoffnung" von Stettin nach Köln mit 4670 Ctr./ Kapt. Linkewitz von Rotterdam nach Wesel und Köln mit 2963 Ctr.; Ka.t. Prenger von Rotterdain nach Köln mit 6124 Ctr.; Kapt.Breynks von Amsterdam nach Köl>.» mit 5672 Ctr^

tausenden.

Dr. Credner.

Brodpreis der Stadt Köln

vom 7. bis zum 13. Dezember 1845.

Ein Schwarzbxvd, wiegend 8 Pfund, soll koster 7 Sgr. 5 Pf.

Köln, den 6. Dezember 1845.

Der königliche Polizei-Direktor, Heister.