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tigung der beiden Herrn betheiligte. Der höchst überra^ sehenden öffentlichen Erklärung von 9 Mitgliedern des Mi­nisteriums (29. Januar d. I.), welche die Angaben der Reinen Wahrheit" als im Wesentlichen der Wahrheit ge­mäß bestätigte, begegnete Dr. Paniel durch die Anzeige, die Protokolle der Sitzungen des Ministeriums veröffentlichen zu wollen. Der neue Direktor des Ministeriums, Pastor Tre­viranus, verweigerte jedoch die nachgesuchte Erlaubniß zum Druck dieser Aktenstücke. Da das Aergerniß in der oben bezeichneten Weise dermaßen überhand nahm, daß alle Wohl­denkenden den Frieden herbeiwünschten, aber nicht herzustellen wußten, schritt der Senat durch das an sämmtliche Ministe­rialen gerichtete Verbot der Fortsetzung der öffentlichen Dis­kussion bis nach der Confirmationszeit vorläufig ein, während seiner Commission für die geistlichen Angelegenheiten der Antrag des Ministeriums auf Bestätigung der Ausschließung Nagels zur Begutachtung vorlag. In der Zwischenzeit rich­tete Dr. Paniel eine Eingabe an den Senat, worin er außer einem überzeugenden Nachweise des inquisitorischen und unbrüderlichen Verfahrens des Ministeriums gegen Na­gel die Majorität desselben einer wissentlichen Entstellung des actcnmäßigen Tbatbestandes und eines absichtlichen Angriffes auf seine persönliche und amtliche Ehre beschuldigte und in irgend einer Weise Genugthuung verlangte. Den Beschluß hat endlich das Conclusum gemacht. Es hat mit Recht seine Hauptaufgabe in dem Bestreben erkannt, die aufgeregten Geister zu beschwören und die öffentl.che Meinung, der viel­leicht selbst eine Auflösung des Ministeriums nicht unerwar­tet gewesen wäre, kommt diesem Sweben entgegen. Die Frage, ob der Senat überhaupt ein Recht zu einem richter­lichen Ausspruche in Sachen des Ministeriums hatte, ist durch die Voreiligkeit der Majorität des Ministeriums selbst zu einer müßigen geworden, da sie, freilich wider Erwarten ihren Zweck verfehlend, das Heft aus den Händen gab; wie dem auch sey, der guten Sache hat Vorschub geleistet. Für die Hrn. Dr. Paniel von Seiten der Majorität des Ministeriums zugefügte Beleidigung konnte endlich eine nicht gerichtliche Behörde, wie der Sena>, keine andere Satisfaktion geben, als die im letzten 8. des Conclusums so weit möglich ausgedrückte Anerkennung, daß seine Beschwerde gerecht, und daß es daher lediglich seiner Humanität und Einsicht anheim zu geben sep, dem Gemeinintreffe das private unter­zuordnen und in der allgemeinen die persönliche Genug­thuung zu erkennen.

Schwei).

Tessin. Den 22. bis 24. w^rde zu Mendris das Kan­tonalfreischießen abgehalten, mir welchem Geiste zeigt folgen­der Satz eines Toastgebers:Muth ihr Schützen! In kur­zem werden wir Regenten besiegen, wir werden sie von ihren Thronen stürzen, die Macht des Papstes zernichten, Christus überwinden, der nur Worte hatte, während wir mit Thaten wirken."

Rußland und Polen.

Warschau, 30. Juli. In dem Bericht des Ministers des öffentlichen Unterrichts über das Jahr 1844 befinden sich folgende Angaben, die Censurverwaltung im Königreich Po­len betr.:Durch Vollzug der neuen Verfügungen über die Censur im Königreich Polen, auf Grundlage der von Sr. Maj. dem Kaiser bestätigten etatsmäßigen Einrichtung des Censurcomites in Warschau, ist eine feste Ordnung und Gleichmäßigkeit in den Entscheidungen der Censur des Kö­nigreichs und denen des Censurdepartements im Kaiserreich zu Stande gebracht. Dem Censurcomite zu Warschau wurden im verflossenen Jahre 325 Manuskripte und Bücher in pol­nischer und in anderen neueren Sprachen und 134 in he­bräischer Sprache zur Durchsicht vorgelegt. Von den ersteren erhielten 305 die Druckerlaubniß, 8 wurden verboten und über 12 war noch nicht entschieden. Von den hebräischen Manuskripten und Büchern find 102 durchgesehen und 6 davon verboten. Die Gesammtzahl der im Jahre 1844 zur Censur eingereichten Manuskripte beläuft sich auf 459; im Jahre 1843 hatte sie 600 betragen. Die Verminderung im letzten Jahre rührt daher, daß die Zeitschriften und drama­

tischen Werke, die früher auch von dem Warschauer Censur­comite censirt wurden, jetzt, nach der neuen Censurorganisa- tion, bei einer besonderen Behörde eingereicht werden. Die Zahl der von außerhalb eingeführten Bücher belief sich auf 15,956 Werke in 92,384 Bänden; im Jahre 1843 zählte man 114,942 Bände. Von den im Jahre 1844 eingeführten wurden 15 631 vollständig freigegeben, 118 mit Modifikationen und 86 verboten. Das Begnadigungsgesuch Mieczyslaus Potozki's, Sohnes des ehemaligen Mitgliedes der Justizre­gierungscommission, der sich gegenwärtig in Galizien aufhält und während der polnischen Revolution in der Armee der Insurgenten diente, ist höchsten Orts bewilligt und demselben die Rückkehr in's Königreich Polen verstattet worden, aus Rücksicht auf die von ihm eingereichten Zeugnisse über seine gute Führung und Gesinnung, so wie darauf, daß er noch in sehr jugendlichem Alter war, als er sich zur Theilnahme an dem Aufstande bereden ließ, und schon im Jahre 1834 Reue über diesen Fehltritt zeigte.

Türkei.

Konstantinopel, 23. Juli. (Allg. Ztg.) Auch Turkowa ist kürzlich großentheils ein Raub der Flammen geworden. Selbst die unterirdischen vulkanischen Kräfte scheinen dieß Jahr in hiesigen Landen wieder rühriger zu seyn als seit j lange her. Die Stadt Magnesia soll vor ein paar Woche» j durch ein Erdbeben fast ganz verschwunden seyn. Und in * Brussa ist die heiße Schwefelquelle Kübürtli plötzlich i versiegt. Ob beide Naturereignisse vielleicht gleichzeitig er- i j folgten und daher in irgend einem Zusammenhang stehen, j \ kann ich Ihnen leider aus Mangel genauerer Nachrichten | \ noch nicht angeben. Der vom Unterrichtsrath in Bezug f \ auf Errichtung einer Universität entworfene Plan ist vom f ( Großherrn genehmigt und auch ein Gebäude schon dazu an- 'y gewiesen. Auch der Bau des neuen Civilhospitals in Kon­stantinopel ist schon unter Dach gebracht; es ist ein Stock­werk hoch und für 600 Betten bestimmt. Vielleicht dürfte es nächsten Winter schon eröffnet werden.

Frankreich.

* * Paris, 5. August. Stand der Rente. 5pCt. 122. 25. 3pCt. 83 95. - Neapol. 101. 75. 5pCt. Span. 36*. Innere Schuld 30. Aktien der Bank von Frankreich 3220.

St. G ermain-Eisenbahn 1100. Versailles, rechtes Ufer 500. Linkes Ufer 326. 25. Paris-Orleans 1260.

Paris-Rouen 1082. 50. Orleans-Bordeaur 685. Orleans-Vierzkn 795. Rouen-Havre 900. Marseille- Avignon 1055. Straßburg-Basel 276. 25.

Man hat Nachrichten aus Madrid vom 30. Juli. Der Heraldo" sagt, die Minister seyen entschlossen, die Cortes auf len 10. Oct. (Geburtstag der Königin Jsabella, die in ihr 16tes Jahr tritt) einzuberufen. Malaga ist in Belagerungs­stand erklärt; noch war keiner der arretirten Verschwornen erschossen worden; General Sanz wartet Instructionen von Madrid ab. Nach derPostata" sind in der Nacht auf den 30. Juli mehrere Personen verhaftet worden. Die vier Minister waren am Abend des 30. Juli in der Hauptstadt zurück­erwartet.

Die Königin Jsabella H. ist am 2. August Vormit­tags zu St. Sebastian angekommen; sie hatte sich nur einige Stunden zu Tolosa verweilt.

Zu Toulon ist am 1. August Mittags eine Feuers­brunst in dem Schiffswerft Mourillon, vor der Stadt, ausgebrochen, die große Verheerungen anrichtete; nach einer Angabe imMoniteur" soll der Schaden an drei Million Franken betragen; in der Nacht vom 2. August wurde man der Flammen Meister; am 3. August war das Feuer gelöscht; man vermuthete, es sey von Galeerensklaven angelegt worden; 14,000 Sterne Holz sind mit ver­brannt. Nach andern Berichten sollen viele Arbeiter von der Löschmannschaft umgekommen seyn.

Madrider Notirung vom 30. Juli. 3pCt. pr. compt. 29ß auf zwei Monat 30£. 5pCt. auf zwei Monat 21^. Unverz. Schuld 7 T V*