Schützenhaus vor dem Allerheiligenthor.

Mit hoher obrigkeitlicher Bewilligung

wird heute

Mittwoch den 28. Mai 1828

(bei ungünstiger Witterung den darauf folgenden Tag)

. H e r r P a u l

C H I A R I N I

zum Erstenmale ein großes elegantes, sich vorzüglich auszeichnendes

^ülCnMrf a la Bolognese

abbrennen.

Herr Paul Chiarini, derselbe, welcher die zwei letztvergangenen Jahre zu Berlin und im vorigen Sommer zu Hamburg alle Kunstfeuerwcrke gegeben hat, die durch die öffentlichen Blatter vielfältig gerühmt wurden, schmeichelt sich, aus enthusiastischer Liebe zu seiner Kunst durch vieljähriges Studium und unzählige Versuche eS bis zum höchsten Grad von Vollkommenheit gebracht zu haben, und glaubt daher überzeugt zu seyn, daß er auch in Frankfurt einem hochgeehrten kunstliebenden Publikum bis zum Erstaunen genüge leisten, und zugleich bewei­sen wird, daß des Menschen Geist durch beharrlichen Willen zur Kenntniß der tiefsten Naturgeheimnisse gelangen, und so durch zweckmäßige Verbindung an sich unbedeutender Stoffe Erstaunen erregende Wirkungen Hervorbrin­gen kann.

.. . i LUMIffllM

Detail der verkommenden Piecen.

Ro. 1. Eine große Batterie.

No. 2. Ein Rakete»,Flug

No. 3. Eine türkische Fontaine mit 10 verschiedenen Abwechslungen, verbunden mit einer chinesischen Blumenqalltne in Jasmin Feuer.

No. 4. Eine Sonne in voller Pracht, mit weit sich ausdehnenden Fix, Strahlen, in deren Mitte Schattirungen von rothem, blauem uno weißem Feuer sich ausnehmend und klar präsentiren. No. 5. Ein sich vorzüglich auszrichnenve- Transparent, welches sich dreimal im Schatten, und dreimal im Glanze zeigen wird.

No. 6. Ein großer Feuerregen, verbunden mit einer chinesischen Caprice.

No. 7. Die zwei Couriere von Neapel, die nach einem entgegengesetzten Ziele streben, in eouleurter und abwechselnder Illumination.

No. 8. Die drei miteinander streitenden blauen Schmetterlinge.

Dieß ausnehmend schöne, noch von keinem andern Künstler gezeigte Stück, hat zu Berlin und Hamburg eine solche Sensation erregt, daß dasselbe in jedem der 36 dort gegebenen Feuerwerke auf lautes Verlangen wie­derholt werden mußte.

No. 9. La rose de dame mit illuminirten Farben und mannichfaltigen Veränderungen.

No. 10. Oer Kampf der fünf Spinnen und das Malthefer-Kreuz. Nachdem die fünf Spinnen durch täuschende Nachahmung der Natur Bewunderung erregt haben, wird die Ueberrafchung noch größer, als dieselben plötzlich verschwinden, und an ihrer Stelle ein sehr elegante- Malthefer, Kreuz mit Brillantfeuer erscheint.

Ro. 11. Ein Rad, welche- den Vesuv bei Neapel vorstellt, wobei eine Menge Leuchtkugeln, Tourbil, lons, Feuerschläge und Batterieen dem Auge des Zuschauer- ein groteske- und treue- Bild die­ses Vulkans zur Zeit seiner Explosion darstellen.

Ro. 12. Eine große Triumphpforte, in der sich vorzüglich 5 Feuerräder, jedes von verschiedener Cou­leur, auszeichnen. Mehrere Fix, Piecen mit Leuchtkugeln, Tourbillon- und einem brillanten Feuerspiegel, verherrlichen dieses besonder- elegante Stück.

Rv. 13. Eine große Batterie mit einem Bouquet ä la Fran^aise.

Zum Beschluß: Zwei bengalische Flammen.

Herr Paul Chiarini ladet ein hochgeehrtes Publikum zu dieser genußreichen Abend-Unterhaltung ergebenst ein, indem er versichert, daß er zur Verherrlichung derselben weder Mühe noch Kosten geschont hat; auch alle obengenannten Piecen ohne einen Inter-Actus nach einander abgebrannt werden, die meisten derselben als Dop­pel-Piecen von beträchtlicher Dauer sind, und überhaupt keine Wiederholung, sondern in jedem Stücke ein ganz anderes Bild zu sehen ist.

V^^VVViVUiVVVVViVVVVVW IVVVVWi *

Preise d e r Plätze:

Erster Platz 36 kr. Zweiter Platz 24 kr. Dritter Platz 12 kr.

Kinder zahlen auf dem ersten und zweiten Platz die Hälfte.

Für gut besetzte Harmonie-Musik ist bestens gesorgt.

Die Kaffe wird um 3 Uhr geöffnet. Der Anfang ist um 9 Uhr.

Das Thor bleibt bis 10 Uhr offen.