Ueber einen neuen Magnetelektromotor.
Von
■>i . Heeff in Frankfurt a. II.
Vorgetragen bei der Freiburger Naturforscher-Versammlung im September 183 8.
Äeit ich bei der Naturforscherversammlung in Bonn (und nachher in Poggendorff’s Annalen Novemberheft 1835) mein Blitzrad bekannt gemacht habe, sind die merkwürdigen Effecte elektrischer Entladungen, die in schneller Succession sich wiederholen, genauer studirt worden. Bald musste man einsehen, dass zur Hervorbringung einer solchen raschen Folge elektrischer Blitze die Magnet- elektricität am besten sich eigne. Zu diesem Zweck bediente man sich in der Regel der zuerst von Pixii dargestellten, dann von Saxton und Clarke verbesserten Magnetelektrisirmaschine: eines Ankers nämlich, mit einer Spirale umwunden, welcher vor den Polen eines starken Stahlmagneten rotirt. In der That bringt diese Maschine glänzende Wirkungen hervor; und besonders sind die Vervollkommnungen, welche der scharfsinnige Ettingshausen an dieser Maschine anbrachte, so trefflich erdacht, dass sie in dieser neusten Gestalt wenig übrig zu lassen schien.
Indessen glaubte ich einen anderen Weg zu demselben Ziel verfolgen zu müssen: statt des Stahlmagneten nämlich einen Elektromagneten in die Spirale einzuführen. Der geringe praktische Erfolg, den ähnliche frühere Bestrebungen hatten, war mangelhafter Construction beizumessen. Wesentliche Verbesserungen gelangen; und so ist dieser Apparat entstanden, welcher die magnetelektrischen Wirkungen in jeder beliebigen Stärke hervorbringen kann, leicht und bequem zu behandeln, dauerhaft in seiner Action, von geringem Umfang, Gewicht und Preiss ist, und für den Physiker wie für den Physiologen und Arzt von mannichfaltiger Brauchbarkeit. Diese Resultate schienen mir so befriedigend, dass ich, ohne die Verbesserungen, deren er fähig ist, noch dessen Ausführung in grösserem Maasstab abzuwarten, ihn schon jetzt bekannt machen zu dürfen glaubte.
Was zuerst die Voltaische Kette betrifft, deren ich mich als ersten Erregers bediene, so habe ich die jetzt allgemein übliche Anwendung des Trogs, oder ähnlicher Vorrichtungen mit freier Flüssigkeit, verlassen, und bin zu der ältesten Construction zurückgekehrt, indem ich Zink und Kupfer durch angefeuchtete Pappe sondere. Als Flüssigkeit, womit diese bis zur Sättigung getränkt wird, was in 15 Minuten geschehen ist, wende ich zehnfach verdünnte Schwefelsäure an, bediene mich aber amalgamirten Zinks, und bringe diese Kette in eine Schraubenpresse. — Die Wirkung dieser Construction ist überaus gleichförmig und dauerhaft. Bei täglichem Experimentiren, wenn man nur zu Ende des Versuchs die geschlossene Kette immer wieder öffnet, ist sie nach 12 bis 16 Tagen noch wirksam, ehe man sie auseinander zu nehmen und frische Pappescheiben einzuschichten nöthig hat. Dabei werden die Metalle so wenig angegriffen, dass man beim Umbauen die Platten bloss zu trocknen, und nur selten sie zu reinigen braucht, ohne dass man dadurch an Kraft merklich verliert. Angenehm ist die gänzliche Abwesenheit der lästigen, ja gefährlichen Gasentwicklung; vorzüglich aber der Vortheil, durch Auf- und Zuschrauben den Effect schnell schwächen und verstärken zu können. — Die Platten nehme ich in grösserer Dimension und Anzahl, als zum Maximum des Effects nöthig ist. Eine sehr kleine reicht dazu schon hin; aber bei grösserer hat man den Vortheil, dass man die Kraft vielfach abstufen kann, und die Wirkung erst nach etwa 14 Tagen sich erschöpft. Ich schichte desswegen 8 Kupfer- und 4 Zinkplatten zu vier Paaren, die ich, durch Isolatoren (z. B. trockene Pappen) gesondert, neben einander in der Presse aufstelle, und combinire sie gleichnamig oder ungleichnamig durch angelöthete Quecksilbergefässe und Leitungsdrähtchen. Die acht angefeuchteten Pappen, welche zwischen Kupfer und Zink liegen, sind 4 Zoll lang und 4% breit; die Platten ein wenig grösser. — Die Schraubenpresse ist nur etwa 7 Zoll lang und 6 breit, und bildet die Basis, auf welcher die anderen Theile der Vorrichtung sich aufbauen.