Extra-Beilage zum Frankfurter Intelligenz-Blatt Nr. 179

Sonntag den 1. Juli 1806.

NACHRUF.

Nach schwerem Leiden ist in der verflossenen Nacht

Herr Hospitalmeister Philipp Reichard

verschieden.

Seit über 30 Jahren stand der Verstorbene unserem Bürgerhospital als Hospitalmefister vor, an welchem er vorher zu Lebzeiten seines Vaters als Adjunkt tätig war.

Unsere Stiftung verliert in ihm einen Beamten von seltener Pflichttreue, der mit der grössten Gewissen­haftigkeit und unermüdlichem Eifer sein Amt aus- geübt und sich durch sein freundliches, mildes Wesen die Sympathie Aller erworben hat, mit denen er in Beziehung trat.

Gerade jetzt stellte der in der Ausführung begriffene Neubau des Bürgerhospitals an die Stiftung zahlreiche iAufgaben, denen sich der Verstorbene mit Hingebung und grosser Sachkenntnis widmete.

So wurde er plötzlich einem Wirkungskreis entrissen, in dem er die vollste Anerkennung fand. Sein Tod bedeutet für die Stiftung einen sehr schmerzlichen Verlust, den wir aufrichtig beklagen.

Unsere Stiftung wird sich des Verstorbenen stets in Dankbarkeit erinnern.

Frankfurt a. M., den 30- Juni 1906.

Die Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung

u. i. d. N.

Prof. Moritz Schmidt

Vorsitzender.