Satzungen
für den Wohnungs-Ausschuss am Empfangstage, den 2. Juli 1887.
Um einen geregelten Dienst während des Empfangstages zu ermöglichen ist es absolut nöthig, dass unsere Mitglieder nachfolgende Mittheilungen strengstens einhalten, ebenso wie den beigefügten Stundenplan, der Jedem derselben die Zeiten und den Ort anweist, wann der Betreffende im Ausschuss thätig zu sein hat und wann ihm eine Pause von 2 Stunden gewährt ist.
Dienst im Römer:
a) Bureau. Die im Bureau diensthabenden Herren, haben sich präcis zu den angesetzten Zeiten daselbst einzufinden und übernehmen in Gemeinschaft mit den angestellten Schreibern den Dienst an den Tischen, zu welchen die Gäste kommen um noch nachträglich Fest- und Quartierkarten zu lösen.
I. Am ersten Tisch liegen die Bücher für bezahlte Quartiere auf. Der Obmann übernimmt die Wohnungslisten, er bestimmt die Quartiere, welche auszustellen sind.
Das zweite Mitglied übernimmt das Herausschreiben der Festkarte.
Die drei angestellten Schreiber füllen die Personal-, Wohnungs- und Quartierkarten aus.
Der Cassierer erhebt den Betrag der Festkarte und notiert die Zahlungen in ein Cassabuch.
II. Am zweiten Tisch liegen die Bücher der Frei- und Massenquartiere auf und das dritte Mitglied übernimmt die Ertheilung der Quartiere.
Das vierte Mitglied stellt die Festkarten aus.
Die drei angestellten Schreiber füllen obengenannte Personal-, Wohnungs- und Quartierkarten aus.
III. Von den zwei Adressbuchführern nimmt der eine die Personalkarten der andere die Wohnungskarten in Empfang und reiht sie sofort alphabetisch in die betr. Gefache ein.
b) Fahnen wacht. Der Obmann und das erste Mitglied führen die Fahnenbücher und Namenkarten. In dieselben sind einzutragen: der Namen des Vereins, die Nummer welche die Fahne erhält und der Werth der Fahne.
Das zweite und dritte Mitglied befestigen die Ordnungs-Zahl an die Fahne und verbringen sie in Gemeinschaft mit den Fahnenträgern nach dem Fahnenständer an die betr. Nummer, trennen dort den Coupon ab und überliefern diesen den Fahnenträgern.
e) Reserve. Die Reserve dient dazu grössere Anzahl von Schützen, welche in Massenquartieren logiert werden, dorthin zu begleiten, sie in denselben einzutheilen und die Lagerstätten anzuweisen.
Sofort nach Erledigung dieses Geschäftes, haben die Betreffenden nach der Römerhalle zurückzukehren und Meldung zu machen, ob Alles in Ordnung.
Bahnhofsdienst.
Die an den Bahnhöfen diensthabenden Herren haben sich präcis zu den angesetzten Zeiten daselbst einzufinden und setzen sich in Verbindung mit den Mitgliedern des Empfangs- und Ordnungsausschusses.
Sobald grosse Massen von Gästen eingetroffen, formirt der Obmann dieselben zu einem Zuge, nach Vereinen alphabetisch geordnet und bittet um Entfaltung der Fahnen, stellt das im Bahnhofe befindliche Musikcorps an die Spitze des Zuges und ordnet ein Ausschussmitglied ab zur Führung nach der Römerhalle.
Die betreffenden Führer haben diese Schützenzüge wie folgt nach dem Römer zu geleiten vom:
Neckarbahnhof
durch die Untermainanlage, dem Mainkai entlang bis zum Fahrthor nach dem Römerberg.
T aunusbahnhof durch die Kaiserstrasse, Salzhaus, Weissadlergasse, gr. Kornmarkt, Paulsgasse, Paulsplatz, Wedelgasse nach dem Römerberg. Mitglieder des Ordnungsausschusses
W eserbahnhof durch das Taunusthor, die gr. Gallusgasse, Rossmarkt, Zeil, Liebfrauenstrasse, Liebfrauenberg, neue Kräme nach dem
Ostbahnhof durch die Hanauer- landstrasse, Allerheiligengasse, Fahrgasse, Domplatz, Markt nach dem Römerberg.
Bebraer Bahnhof durch die Hedderich- strasse, Bruchstrasse, Brückenstrasse, alte Brücke, Fahrgasse, Weckmarkt, Saalgasse nach dem Römerberg.
Römerberg
geleiten den Gepäckwagen bis zum Römerberg, woselbst das Gepäck vertheilt wird. Liegengebliebenes Gepäck wird in die Römerhalle abgeliefert.
Sofort nach Ankunft und Meldung des Zuges bei dem Vorsitzenden im Römer, kehrt .das Wohnungs- Ausschussmitglied nach dem Bahnhof zurück, an welchem es im Dienst ist.
An den Bahnhöfen stehen sogenannte Depeschenträger zur Verfügung des Obmanns der Wohnungs- Ausschussmitglieder. Sobald der Empfangsausschuss Depeschen empfängt über das demnächstige Eintreffen einer grösseren Anzahl Schützen, berichtet dieses der Obmann des betreffenden Bahnhofes durch Depeschenträger dem Vorsitzenden im Römer, womöglich unter Mittheiluug der Landsmannschaft der betr. Gäste.