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Die 7 Jahre zuvor, nämlich 1817, auf Anregung Goethes gegründete Naturforschende Gesellschaft hatte zwar Physik und Chemie in ihrem Tätigkeitsplan vorgesehen; allein bei dessen Verwirklichung blieben beide Fachgebiete unberücksichtigt, denn nn die zur Verfügung stehenden Geldmittel waren äusserst begrenzt und die Mehrzahl der Mitglieder hatte sich für das näherliegende Ziel einer naturgeschichtlichen Sammlung entschieden. Erst mit der Gründung einer physikalischen Gesellschaft in Frankfurt am Main wurde die Anregung Goethes in ihrem vollen Unfange verwirklicht*
In den Statuten, die sich der neugegründete Verein gab, sowie in den 3 ergänzenden Beschlüssen der Generalversammlung vom 27* April 1$33 (abgedruckt in "Frankfurter Jahrbücher" Bd 2, 1833* S. 239 ** 241) ist nirgendwo die Rede von einer Drucklegung den Verein betreffender Vorgänge, etwa der Protokolle der jährlichen Mitgliederver- sammlungent So sollte der "Bericht über die Arbeiten und Fortschritte des Physikalischen Vereins", datiert: Frankfurt am Main, den 28. April 1826, für über ein Jahrzehnt das einzige gedruckte Zeugnis der Vereinstätigkeit bleiben* finanzielle Gründe dürften hierfür bestimmend gewesen sein, denn auch das 1831 bei Johann David Sauerländcr verlegte"Jahrbuch zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse, veranstaltet vom Physikalischen Verein zu Frankfurt am Main" blieb ohne Fortsetzung "wegen der geringen Abnehmerzahl", obwohl in demselben wertvolle wissenschaftliche XxtKKKnzBeobachtungsergebnisse veröffentlicht wurden, so die Monatlichen und jährlichen täglichen Barometerbeobachtungen aus den Jahren
1826 bis 1829, berechnet von M. Ludwig, J. Catoir und J.M. Speier, die Resultate der Thermometerbeobachtungen des Physikalischen Vereine von Regierungsadvokat Dr. Claopius, eine Zusammenstellung der Kaarhygrometer-Beobachtungen in den Jahren 1826 bis 1829 von C. A. Gerlach, die Ergebnisse der Messungen der Mainhöhe von Dr. Bogner und F. Albert, ein Verzeichnis der Tage, an welchen der Main bei Frankfurt in verschiedenen Jahren zugefroren und aufgogangen ist von Dr. B 8 gner%!sowie Curven über die monatlichen Mittel der Thermometer- und Barometer-Stände mit Angaben der Maxima und Minima von M. Ludwig. 5 wissenschaftliche Abhandlungen vervollständigen den Inhalt des Jahrbuchs: Über den Einfluss der Wärme und Kälte auf den menschlichen Körper von Dr. med. A. Clemens; Über die genauere Bestimmung des Zeitunterschiedes, welcher durch verschiedene Temperaturen bei der Vegetationsentwicklung hervorgebracht wird, von Dr. Claepiua; Leichfassliche Anleitung, um bei Beobachtung der Sonnenflecken, für die Polhähe von Frankfurt n Main die Ekliptik durch die Sonnenscheibe zu ziehen, von Prof. Ludwig Thilo; Abhandlung über die Explosionen der Dampfmaschine, von Morat Tabor; Geschichte der Glasharmonika, von Xaver Schnyder vox Wartensee. Ein Teil der Beobachtungsergebnisse wurde in den folgenden Jahren ebenso wi* die Protokolle der Mitgliederversammlungen in den Frankfurter Jahrbüchern veröffentlicht, nicht aber die Curven über die monatlichen Mittel de# Thermometer- und Barome t e r-Stände.
Erstmals in den gedruckten Statuten (2. Fassung der Statuten), beschlossen in der Mitgliederversammlung vom 2o. 5. 1836 finden sich Hinweise für eine be
stimmter Unterlagen des Vereins. So heisst^ es im Paragraphen 11: "Das Ver/zeich- nis sämtlicher Mitglieder hat der Vorstand jährlich im Januar drucken und verteilen