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..Die Ko««»"

No. 161

andere Gesinnung gegen mich hegt/ soll er zu mir kommen

und mich abbitten und, Salem aleikum, ich empfange ihn mit offenen Armen. Adjeh, meine Herren, ich gehe." Mit würdevoll erhobenem Haupte verließ Herr Schnauder den Saal. Richter, Schöffen, Zeugen und Zuhörer alles lachte und hielt sich den Bauch vor Vergnügen. Das Verfahren .gegen den Traugott wurde daraufhin eingestellt.

Frankfurter Vereins-Zeitung.

Der Frankfurter Radfahrer-VereinGermania" Hielt am Sonntag, den 10. Juli, sein diesjähriges 50 Kilometer- Rennen mit Vorgabe ab und ergab sich folgendes Resultat: In der ersten Abteilung wurde Herr Anton Schmitt in 1 Std. 29 Min. 1. Herr A. Shaw in 1 Std. 29'/- Min. 2. Herr H. Zander in 1 Std. 30 Min 3.,' sämtlich vom Mal. Außer den Obengenannten erhalten die Zeitmedatlle: Herr A. Georg mit 3 Minuten Vorgabe in 1 Std. 36 Min.,' Herr Berghaus mit 1 Minute Vorgabe in 1 Std. 37 Min. In der zweiten Abteilung wurde mit 5 Min. Vorgabe Herr Josef Lehleitner in 1 Std. 42 Min. 1.,' mit 8 Min. Vorgabe Herr Jean Popp in

I Std. 49 Min. 2.; und vom Mal Herr A. Spengler in 1 Std. 43 Min. 3. Außer den Vorgenannten erhalten noch die Zeit­medaille Herr A. Rosenthal mit 20 Minuten Vorgabe in 2 Std. 4 Min. und Herr A. Dorn mit 15. Min. Vorgabe in 2 Std.

II Minuten.

Der Radfahrer-Club Bockenheim hielt am ver- vergangenen Sonntag ein Zeitfahren über 100 Kilom. ab, bei welchem 11 Fahrer starteten, und Alle wohlbehalten wieder zum Ziel zurückkehrtrn. Es war eine Maximalzeit von 4 St. 40 Min festgesetzt und wurden folgende Resultate erzielt: A. Hain, 3 St. 49 Min., E. Weiershäuser. 3 St. 50 Min., C. Dönges, 3 St. 52 Min., I. Rau, 4 St. 6 Min., K. Haas, 4 St. 7 Min., P. Heil, K. Velten, G. Blüm, 4 St. 22 Min., O. Schumann, 4 St. 33 Min. Die beiden letzten Fahrer kamen 10 Minuten zu spät an und konnten nicht placiert werden. Auch wollen wir noch bemerken, daß der Vorstand des Radfahrer-Klubs Bockenheim die von Herrn P. Weil u. Co. in Rödelheim hinter ihren Fahr­radwerken erbaute Rennbahn auf längere Zeit gemietet hat und soll im Laufe des nächsten Monats daselbst ein Rennen, offen für Herrnfahrer des Gaues ix des deutschen Radfahrer-Bundes, abgehalten melden.

R a dfah r er - Ve r e i nN as s ov i a", Fr ank furt a. M. Der Verein hielt am 27. Juni sein 30 Kilom.-Rennen ab, als Sieger gingen durchs Ziel: 1. Emil Poviel, 59 Min., 2. L. F. Herrmann, 59 Min. 15 Sek., 3. M. Schwab, 59 Min. 45 Sek. Leitmedaillen erhielten: H. Glaab, 1 St., A. Flettner, 1 St. 43 Sek., A. Schaub, 1 St. 30 Sek. Bereinslokal: Restauration zum Stoltzeneck, Blücherplatz.

Schwimm-ClubNeptun", Frankfurt a. M. Mitt­woch den 13. Juli, abends 9 Uhr, Mitgliederversammlung im Bereinslokal Buchgasse 14.

uns nicht auf die oberen Tauseich, sondern aüf die breite

Masse der Bevölkerung zu stützen suchen. Kommen Sie 'mal heran!

Börse und Handel.

Bezüglich Brasilien ist ferner die Beobachtung zu machen, daß merkwürdigerweise nach bekannteil Mustern (Griechenland'» der wirklich im Jnlaiid besindlicheii Allleihen keiner Erwähnung geschieht. Das 4'/, prozentige 1879er Jnternationalanlehen von sechs Millionen Pfund Sterliiig, wovon ein Rothschild'sches Zirkular spricht uild das dem Arrangement unterworfen wurde, ist de facto ein Londoner Alllehen und überdies zur Hälfte schon heimqezahlt. Aber es existieren noch 179 Millionen Goldmilreis 64prozentige innere fundierte Anlehen, die in Gold zahlbar sind, und lloch weitere 365 Millionen Milreis innere fuubicrtc Papier- anlehen, die in Gold ebenfalls ä 8 Pence 106 Millionen Milreis, also total 285 Mill. Goldmilreis repräseiltieren; sollten diese beträchtlichen, der auswärtigen Schuld in Höhe von 80 Prozent gleichkommenden Verbindlichkeiten Brasiliens eine bevorzugte Behandlung erfahren? Man hofft, daß die Schutzvereine in London und Brüssel sich dieser Frage annehmen werden Nlld wenn in Berlin ein Schutzverein in Sachen der Oeste de Minas-Bahn unvermeidlich werden sollte, so wird auch er die Frage, ob zwischen In- und Ausländern unterschieden wurde, zll untersuchen haben! In Deutschland wird wohl nicht sehr viel Kapital, in brasilianischen Werten angelegt sein, aber immerhin sind die sogen.Zinsen-Schotes" interessiert. Speziell die Oeste de Minas-Prioritäten, die augenblicklich bei fünfprozeritiger Verzinsung 71.50 Brief notiert sind, haben vielfach auch bei uns in Frankfurt Unterkunft gefunden. Es haberte bei diesen schon einige Male mit dem Pünktlichen Eiritreffen der Zinsen und wollen wir uns vorerst wenigstens der Hoffnung hingebeii, daß sie fürderhin nicht ganz ansbleiben werden. Brasilien verdient unserer Meinung nach über­haupt feinen Kredit, wenigstens unter den in den letzten Jahren obwaltenden Zuständen. Wer sein Geld lieb hat, trage es nicht nach Brasilien und gehe nicht auf die Lock­speisen der großen Banken und Bankhäuser, welche dem Publikum die Anleihen anfzuhängen belieben, um einGe­schäftchen" zu machen.

Wenn Jeder- wüßte

Briefkasten.

Ar. M. Das Büchelchen betitelte sich:Vom Jahr­markt in Tintenbubenheim" urrd hatte einen sehr buben­haften, d. h. kindlichen Inhalt. Lauter Gernegroße, denen alle und jede literarische Bedeutung abgesprochen werden Milß, Rechtsanwälte, Futterstoffeverkäufer, Schulmeister, Buchhändler, Mimen, Bankbuchhalter und sonstige Leute zeichneten sich neben einem Bierteldutzend bekannterer Namen ein und hatten die Kühnheit dieses Heftchen aus- zngeben. Nur Unverstand, Anmaßung, Dünkel und Selbstüberhebung konnte es wagen der Welt einen solch literarischen thatsächlichen Mist zu bieten. Nehmen Sie um Gotteswillen nicht an, daß die hiesige Presse durch solche Namen repräsentiert werde.

Verein Radsport. Es handelt sich hier nur um Zufälligkeiten und nicht um Thatsachen, die Sie durch die Existenz dieses Fahrradhändlers in Ihrem Klrrb hervor­gerufen glauben. Wir wissen sehr wohl zwischen Ihrem Vereine iind diesem Herrn einen Unterschied zu machen. Ihre Einsenduiigeii werden von uns stets gern entgegen- genommen.

X* g). Z. Ihre Denkmalsidee ist nicht übel Niid wir sind nicht abgeneigt, die Sache in die Hand zu nehmen, wenn wir die nötigen Mitarbeiter finden. Wir würden

wie schön die Kolossal-Gemälde Unschuld, Godiva. Sirene, Ilse re. sind, würde Niemand nnterlaffen, die Ausstellung Kaiserstrasie 73 zu besuchen. Entree 20 Pfg. (7405)

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furchtsboll den Hut. Er grüßte frerrndlich mit leutseligem Lächeln, er war beliebt bei jung und alt.

Kein Diner ohne den alten Ramer,' er führte stets die Hausfrau zu Tisch, die schönsten Mädchen gaukelten mit kindlicher Schmeichelei um ihn herum. Papa Ramer, Papachen Ramer, ach das reizende Papachen! sie küßten die zierlichen Fingerspitzen und warfen ihm die schmelzendsten Blicke zu.

Der Kommandant machte ein sehr angenehmes Haus. Wie er's machte, ohne persönliches Vermögen, war freilich unklar nun, er mußte es doch können. Die drei Töchter hatten sich verheiratet, sie waren iiicht besonders hübsch, n llen dreien mußte er Zulage geben, sollst wäre nichts draus Qel norden. Der Sohn als Lieutenant brauchte doch auch etwa b aber wen ging's was an? Haus, Dienerschaft, Reitp ?er & e / alles elegant) den duilkleil Gerüchten, die plötz- ftrfi mi, simrchten, um ebenso Plötzlich zu verschwinden, schenkte kesil Me.M Glauben.

Da es eines Tages hereül mit Dvllnergekrach,

daß den gllterr Bewohnern von Hannover die Ohren gellten und die schönen Bewunderinnen desreizenden Papachens" entsetzt in einen Winkel verflatterten. Die Polizei hob eine Spielhölle auf im Haus der berühmten und berüchtigten Stadtschönheit, Madame Adrienlle Gwiazdowska.

Dies exotische Gewächs war, Gott weiß woher, er­schienen, fuhr in eigner Equipage, schmachtend hillgegossen, täglich durch die Straßen, mit ihreil großen schwarzen Auaenrädern und Similibrillanten einen Haufen Verehrer an sich lockend. Anders organisierten Individuen war diese Dame aus der Fremde bald verdächtig) man vermirtete manches und ahnte doch längst nicht alles, nicht umsonst hattell eillige Gerupfte geplaudert. All einem späteil Abeild Weg der Polizeichef selbst, mit der nötige,r Begleit,rng, die tepvichbeleqten Stufen zu Madame Adriennes Wohnung

hinauf, schob die erbleichenden Diener zur Seite und über­raschte die Spielgesellschast in flagranti, neben der schönen Exotischen im zärtlichsten Einverständnis den hochgeehrten allbeliebten Kommandanten von '"amcr!

Eil, Entsetzensschrei, eine Panik sondergleichen!_bte

Spannung aller Kreise ging ins Unglaubliche! Von Tag zu Tag entrollten sich schwärzere Bilder, wunderbare Dinge gelangten plötzlich in die Oeffeiltlichkeit) Persoilen, deren Unantastbarkeit über allen Zweifel erhaben, wnrdeil mit hineingezogen, die Zeitungsschreiber aller Orten hafte» überwältigenden Stoff. Majestät mischte sich persönlich ein. In dem eleganteil Haushalt des Herri, Kommandanten wurde alles versiegelt) man munkelte von unterschlagenen Geldern, Kassendefekten. Die arme Frau von Ramer, die stets schüchtern und gedrückt neben dem glänzenderen Gatten dahin gelebt hatte,' brachte man in eine Irrenanstalt - mit einem markerschütternden Getöse brach der ganze stolze Ban von Ehre, Reputation, Wohlaiiständigkeit zilsamiileil. Was blieb demreizenden Papachen", dem urlglückseligen Menschen übrig ?! Nur der Mut der Verzweiflung, der die Pistole in die gekrallteil Finger drückt und mit eisig kaltem Flüstern ins Ohr rannt:Schieß schieß!"

Kommandant von Ramer schoß sich tot. Er hinterließ seinen Kindern nichts als ein Gefühl unauslöschlicher Schande seinem Sohn einen gebrandmarkten Namen. Majestät waren sehr gnädig. Als Lieutenant von Rainer in bitterster Berzweifllrng seinen Abschied einreichte, kanr ein huldvolles Handschreiben:

Es sei ferne von lrns, dei, Sohn für den Vater ver antwortlich zu macherl. Wir wüllschen nicht, einen braven Offizier unserer Armee zu verlieren."

(Fortsetzung folgt.)

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