Mon Frere!

Gestern erhielt das geehrte vom 8ten hujus, und besorgte sogleich den Beyschluß an Herrn Schöffen von Ohlenschlager.

Was%i mein neu gekauftes Haus betrifft, so bin ich mit den reparaturen, die ich machen muß, und nicht hoch laufen werden, wohl zufrieden, und werj% den Platz siehet, samt der schönen Gelegenheit, die von außen nicht so in die Augen fällt, läßt sich den Preis als gar nicht theuer gefallen.

In meinem Schreiben vom 4 ten hujus habe zu der Praefatione Instrumenti Fundationis Materialien suppeditirt, und dabey mag es sein Bewenden haben. Fällt noch etwas vor, inserirt man es hier, wenn es der Mühe wert ist.

Ich habe in eben diesem allschon das was Mon Frere an der Benennung als unzureichend angibt, zu verbessern gesucht, verbis:

Meine Lutherische Protestantische Stiftung

nach Maasaabe hia&&aer Stadtgesetzen ; und glaube das diese mögte stehen können. Reformatiwerden sich gar leicht dann ersättigen lassen und ihre milde Hand dabey auf- thun, wenn ihre kranken Bürger und Beysassen mit aufgenommen, und aus ihrer Gemeinde nur ein Mitaufseher gestattet wird, wie in dem Armenhaus geschieht, wo denn noch mehrer unter den Pflegen^ sind. In Religions Sachen mögen sie sich wie Catholici contenti- ren, wann nichts weiter zu erhalten wäre, da sie beide über sich selbst mit ihrem Betragen gegen Lutheranos an anderen Orthen, wo s ie Meister sind, das Urteil sprechen.

Dem Bruder habe nochmals recommandirt Mon Frere von dem v. Wie^senhüttenischen Testament Nachricht zu geben, und er hat es

t-

Mach zugesagt. Ich vernehme, Frau v. Ohlenschlager wolle es auf des alten Herrn Baron von Bartenstein Ausspruch ankommen lassen.

Vor die neue Nachricht von Gebrauch des Teplitzer Bades bin verbunden.

Zur Nchricht melde, daß der letzte Brief vom 8 ten hujus nur zugeklebet, und nicht besiegelt gewesen, und muß der Herr Secretaire Sorge tragen, daß es nicht mehr geschehe, denn bey wichtigen Materialien könnte Unheil daraus entstehen.

Vale c.Familia et fave

Ff den 15 ten Hartii 1766

T