Mon Frere!

Das geehrte letzte vom 1 ten hu jus habe am 8 ten beantwortet.

Ich fahre fort nothwendige repa^raturen in meinem Stifftungs- Haus zu machen, habe auch sohhn die Überschrift in Marmor über der Thür in Arbeit gegeben. Jedermann ist damit zufrieden. Reformati haben sich schon erbotün zu dem Bürger-Hospital ein ansehnliches beyzutragen, wenn, wie bey dem Armenhaus geschiehst, auch nur einem von ihrer Gemeinde die Mitverwaltung gegeben würde.

Unsere Müntz Confusion währt noch fort; auf einigen Ämtern ist der 24 fl Fuß beliebt, auf anderen der 20 fl Fuß, und ich habe noch elapsa hebdomade das Laternengeld auf dem Bauamt, und die Copialien in der Stadtcantzley nach dem 20 fl Fuß zahlen müssen; das ein tolles Ding ist. Ich hoffe, daß man zu Wien den unschick­lichsten, schwersten und größesten Fuß abhauen werde, damit unser unbesonnener junger Rath wieder mit zween Füßen gehen lerne, wie andere ehrliche Mitbürger.

Es mögte dem Müntzwesen bey uns gehen wie der Stempel-Acte in England, welche ebenfalls Regiments- und ministerial Fehler und Ränke zu Unterdrückung der Freyheit zum Ursprung hatte. Ein patrio­tischer Pitt mußte der Gesetzen und der Freyheit Retter seyn. Schä­met sich ein Parlament in England nicht seine Stempel-Acte zu wider rufen und zu zernichten, so können unsere kleinen Knirper im Rath noch eher ihre Thorheit, welche der Stadt bisher so großen Schaden gebracht, zernichten und von redlichen Leuten sich eines besseren belehren lassen.

Da nun Stanislaus todt ist, scheint es wir werden nicht lange Ruhe behalten, sondeH. da allschon der Engländische Gesandte, Duc de Richmond ohne Abschied von Paris weggegangen, auch der Englische Ingenieur Dünnkirchen verlassen hat. Gott gebe Glück zu den Nego­tiationen, damit Krieg und Blutvergießen verhüthet werde; sollte aber gleichwohl ein Krieg verhänget seyn, so gebe Gott Glück zu den Teutschen Waffen, und lasse die Frantzosen wieder ausspeyen was sie gestohlen haben.

Unser alter Herr Hofrath Triller zu Wittenberg hat ein weit­läufiges teutsches Carmen gegen die Inocculationem Variolarfin drucken lassen, welcher gut ist, aber vielen Mechanisten, welche sich vor selbige allzuweit herausgelassen und nicht gern werden re- tractiren wollen, nicht angenehm seyn kann. Herr Dr. Stoerck wird mit seinem Gifft-Medicinen auch gestriegelt, wie ebenfalls andere Mode-Medicinen. Die Mode-Shilosophie etc hat auch ihre CB&sur be­kommen, samt allen eitelen und leeren .