Mon Frere!
Mein letztes war vom 13 ten hujus.
. '-Mon Frere hat nun die Waldinische Dissert. de Habitu pi#&
Fundat&onis ad civitatem;.ich erwatre Nachricht ob Mon Frere selbige bey der Praefation zu meiner Fundation nutzen kann. Ichierbit- te dabey alles Lob auf meine Seite, und verlange mit guter Anwen- - düng dessen, was mir Gott anvertrauet hat, nichts, als dem Vatter- land nützlich tu werden nach meiner Schuldigkeit.
Herr Gontrad, von dessen Tod letzthin geschrieben, hätte gar wohl von seiner bösartigen fahre catarrhali zurechtkommen mögen, wenn ihn eine dabey aufgebrochene Vomica pulm&num durch Ergießung Häufigen Eiters in die Luftröhre nicht schnell ersticket hätte; wie solches zuweil, übrigens gantz gesunden widerfährt.
. Wenn Mon Frere' erfährt, wo sich.Grimmeisen hingewendet und was er anfängt, bitte um Nachricht. Unserer Stadt hat er voriges Jahr, nebst den übrigen jungen unweisen Rathsherren großen Schaden zugefüget. Denen alten iht es dabey gegangen wie jenem alten blinden Bettler zu Paris, dem sein alter Hund und sicherer Führer gestorben war, und der davor einen jungen hitzigen genommen, der ihn aber gerade in den Dreck geführt hat.
Gestern hat es bey uns endlich angefangen etwas zu regnan; es muß aber besser kommen, wenn unsere viele trockene Brunnen wiederum Wasser bekommen sollen.
Unter allerseit. gehors. Empfahl, bin allzeit
T.
- Ff den 16 ten Decembr. 1766
P.S. Da obiges fertig war, erhalte das geehrte vom 10 ten hujus, und mit diesem die Vorrede zu unserer Fundation. Ich bin Mon Frere und unserem Herrn Renato davor höchlich verbunden. Auf den Abend will den Aufsatz durchlesen, nachher wenn ich ihn abgeschrieben habe dem Bruder Rathsherrn ebenfalls communiciren, und wollen wir sodann communicatis consili&Ben die Einrichtung machen wie sie bleiben soll. Von der Abänderung, wenn eine nöthig, gebe Nachricht. Den Druck"werde wohl am besten in groß 8. machen, und eine ziemlich Anzahl Ex. haben müssen, die sich wohl auf 1000. erstrecken wird; Sparsam wejrde mit der Austheilung des Impresso nicht verfahren, auch den Verleger vor seine Mühe etwas genießen lassen. Der alte arme Dr. Osterländer dem ich solches versprochen, soll die correc- tur besorgen und dabey auch wohl recompensirt werden. Bey dem Hospital wollen wir die ZaRl der Receptarum auch kleiner machen nach Proportion unseres Vorhabens, da in Gießne das Object größer ist. Das Siegel kann auf den Titel kommen; das Haus zum Titelkupfer zu . machen habe ich' auch schon in den Gedanken gehabt; es wird aber das bestexseyn, ich lasse es erstlich zeichnen, nicht wie es ist, sondern wie es werden soll.
Die Beylagen Nr 7 und 8 will erwarten.