Mon Frere!
Das geehrte.vom 29 ten Novembr. samt Beyschlüssen an Herrn v. Ohlenschlager, Susel Meyer und den jungen Luther, welche alle bestellt sind, habe gestern empfangen; das durch mein letztes vom 9 ten hujus aber beantwortete vom 3 ten Dec. datirte allschon an gedachtem 9 ten hujus, und wußte nicht, woher diese Unrichtigkeit käme, wenn nicht Mon Frere bey den vielen Geschäften in Eil auf dem gestern erhaltenen das datum nicht gehörig marquirt hätte.
Xh der Vorrede der Fundation wird Mon Frere wohl noch einige Stunden erlangen, und wenn es nicht gehen will, sie mit Gewalt nehmen. Man ist an Mon Frere die Willfährigkeit allzu sehr gewohnt, und daher kommt oftmals Misbrauch. J^em alten Herrn B.v.Bartenstein wünsche baldige völlige Besserung und empfehle mich ihm unterthänig.
Den armen Herrn v. Haen bedauere; Herr v.Swieten, sein Antagonist, ist ihm zu übermächtig und vexirt ihn nach seiner ambition gewiß wo er nur kann. Solche Streitgkeiten, die oftmal beyde ein Schattengefecht halten, und auf ^4±ner wie auf der anderen Seite nicht wissen was sie wollen, sind meistens von keinem Nutzen. Ich glaube es sey das beste, wenn einer seine Narrenkappe nicht will fahren lassen, man lasse sie ihm, so man seinefErinnerung mit Bescheidenheit gethan hat.
Ich danke zum schönsten vor die Mühe die Mon Frere genommen an Herrn v. Ohlenschlager wegen des Zwingers zu schreiben, wie auch vor die uommunicirte Portraits unserer sei* Eltern, welche nun wieder zurückgekommen sind, wie Mon Frere meldet. Auf meine letzte Schrift pt. des Zwingers habe von dem Referenten, Syndico Rumpel, noch kein Decret. Es geht wegen Mangel der Arbeiter im Syndicat sehr langsam.
Herr Synd. Burck laborirt in seinem 77 ten Jahr an arthitile vagot,, u. arbeitet doch dabey. Er hat neulich fl 500 auf die Rech- ney gestifftet, von denen das interesse vor die Syndicos bey dem Pfeifgrgericht dienen soll, welche bisher neben den Schöffen leer ausgegangen sind. Vide p.ult.Tr.Friesiani von Pfeifergericht.
Item hat er Consuli juniori declarirt, er wolle arbeiten solang er könne; sey er aber genöthigt abzudanken, so wolle er kein Salari6*,haben,, da ihm Gott so viel gegeben, daß er von dem seini- gen leben könne. Auch hat er ohnlängst, als seine Collegen,^4t^. und Rumpel, da sie bisher in Abwesenheit Synd. Gelffen und Grimmeisen viele extra-Arbeit gehabt, und. nie eine extra-Belohnung, ohne ihm etwas davon zu sagen, angehalten, ihnen auch jedem fl 1000. accordirt worden, welche Senatus ultro auch ihm zugeschickt, solche Wiederzurück geschickt, mit dem Vermelden: Daß er ohnehin vor sein Salario^nach seinem Vermögen zu arbeiten schuldig und über dieses nichts gethan, daher auch keine qxtraordinaire Belohnung verdient habe; hic Collegii^-c.^,^^. unum nnstgum. Rara sane in hi<p
terris!
Mon Frere schriebe neulich bon Synd. Grimmeisen, daß er den 1.