Mon Frere!
Mit meinem letzten vom 3 ten hujus schickte den von Cronstet-
tischen Auctions-Catalogum, welcher exemplarisch schön eingerichtet
ist und van der Junckerischen Sparsamkeit ein Zeugnis ableget.
Eben heute erhalte die Waldinische Diss. de Habitu Fundationi!
ad Civitatem, welche Mon Frere als ein gar schlechtes present hie-
mit zu Diensten stelle.
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Nachdem ich am 3ten hujus Einen Bescheid pto des Zwingers aus der ordinairen Rathschlagung erhalten hatte, habe heutemeine Erklärung überreicht nach dem Ton, der in dem neul. commandirten Gutahhten befindlich ist, und mir ausgebeten, da Senatus mir selbs* eine alte Gerechtigkeit zuerkennt, ich in possessione bon&tfidei bin, und Er hier als pars gegen partem erscheint, mir durch den hiezu zu autorigirenden Advocatum Fisci Vorschläge thun zu lassen, welche, wenn sie zuletzt zu einem Vergleich gedeihen, Rath und Bürgerschaft confirmiren würden. Die Höhen, von denen Senatus zuweil. herabredet gegen seine Mitbürger oder, si Diis placet, Un- terthanen, werden hier etwas Noth leiden, es wird sich aber doch wohl geben müssen.
Grimmeisen hat sich in einem Schreiben vom Rath nonh 10*Tage ausgebeten, weil er, wie er sagt, Hoffnung habe, daß er in seinem Gesuch auf den 1 ten Decembris reussiren werde; welche ihm dann accordiret sind. Das Quartal von dem Salario hat Dr. Ettling, Schatzungs Deputatus, vor rückständige Schatzung hinweggenommen.
Wie stehts am Kayser Hof mite der spanischen Tracht, wird sie beybehalten oder nicht? Ich meine, ich habe ohnlängst gelesen,
werden. Es fällt mir däbey ein, was einmal Herr Graf von Götter, als er bey dem Spanischen Gesandten in Wien gespeist, und da er auf dem Nachtstr^h^saße, an die XxKä weiße Wand geschrieben haben soll:
Da ich hier ächiß, saß ich, und dacht: .
Der Teufel hat die Spanier nach Österreich gebracht.
Vale cum Familia et fave
T.
Ff den 6 t$n Decembr.
1766