Mon Frere!

Mein letztes war vom 29 ten Novembr.

Das Decret pto des Zwingers, um mich vernehmen zu Tassen, wozu ihn zu brauchen gedenke, werde jetzt wohl nächster Tage erhalten, und als dann sehe was was, ohne einem Recht auf den hergebrachten und anerkannten Gebrauch des Zwingers etwas zu benehmen, declarirt werden kann, damit ein immerwährender ruhiger Genuß vor mich und meine Nachfolger herauskomme. Mon Frere soll dieses zuvor sbhen ehe es übergebe.

In die praefation müssen wir wohl auch, wo von dem Hospital gehandelt wird, mit einfließan lassen, daß der Zwinger größesten theils zu einem Holtzplatz vor dasselbe dienen werde. Wie Mon Frere weiß, schenke ich den Platz dazu, und kommt auch dereinsten von der Abnutzung eines Capitals etwas bestimmtes zu diesem; das übrige werden andere re chtschaffene gegen ihre Mitbürger liebreiche und mitleidige Personen suppliren, damit, sobald nur möglich, der Bau dieser nützlichen Anstalt vorgenommen werden möge, als wozu die hiermit eingelagen werden, wie denn auch schon verschiedene sich mit ansehnlichen Summen gemeldet haben, welche durch das Collegium Medicum und die Administratoren aus der Bürgerschaft angenommen, darüber sub sigillo Fundationis quittirt, und jährl. dem Publ&co von Einnahmm und Ausgabe im Druck Rechnung gethan werden soll. Man

wird auch alle Beytragende in dem Druck.mit Nah^men nennen, es sey denn daß sie es anders verlangeten.

Ich höre der Lieutenant Lucius, des Syndici Sohn, der ohnlängs*! Jungfer Wagenmännin, eines reichen Weinschenken und. Weinbauers Tochter geheyrathet hat, habe sich adeln lassen, welches Mon Frere am besten wissen kan. Es ist nur zu bedauern, daß bey unseren neuen adelichen meistentheils Nobilitas non in sapientia et yigtAta, sed in stultitia sich findet.

Der Mr. Grimmeisen gegebene Termin ist nun mit Ablauf des Novembris zu Ende. Ich will sehen was Senatus thun werde. Es heißt Grimmeisen habe den Herrn von Riehe in Wien mit Geldlehen angestickt

Das geehrte vom 26 ten Novembris erhalte eben jetzo.

Was Grimmeisen hier machen wolle bey seiner großen Schulden! last, weiß ich nicht, doch wollen wir es sehen.

Soll die praefation gemacht werden, wird freylich das Ein­schließen das beste seyn. Bey Mon Frere ist der Überlauf zu groß.

Mir soll^ sehr lieb seyn, wenn sie einmal zu Stand kommt. Das was den Bruder angeht, werde ihm heut bekannt machen.

Vester maürn^s Henricus malus sibiym/i consultpr fuit; jetzt ist er ruinirt und darf sich vor ehrlichen Leuten nicht mehr sehen lassen.

Ich bin im übrigen unter allerseit. gehör. Empfeh$. allzeit

T.

Ff den 2 Decembr. 1766