Mon Frere!
Mein letztes war vom 25 ten hujus.
Ich habe wegen des Zwingers noch kAin Decret, und werde morgen Bey dem Referrenten, Herrn Syndico Rumpel, hören wie es stehe. Es muß mir die Sache ausgemacht seyn. Des Bruders Gutachten hat ein altum Silentium erregt, ich lasse es aber nicht dabey.
Zugleich habe von dem Hof Agenten Susel Meyer Juda ein ünter- thäniges Hebräisches Compliment zu machen, welchem doch, wie ich glaube, nicht übel gemeynt ist.
Kommt die psaefation bald, solides mir von Hertzen lieb seyn; jedermann wartet nuf dieser und der Funäation publication durch den Druck, und werden die übrigen milden oder vielmehr wilden Stifftungen, wie sie wegen ihrer üblen Haushaltung billig genannt werden, und die übel gesinnte Pfaffen, Patricii und Rentenirer, als mehrentheils dem gemeinen Wesen schädliches Ungeziefer und Müßiggänger, verhoffentlich sehen, daß, wenigstens nach unserer intention und der Grundlage, etwas redlicheres und brauchbareres herauskomme, bey welchem dde Bürgerschaft ihre conferenda sicherer und nützlicher anwenden kann. Gott segne alles zum gemeinen besten unseres Vatterlandas.
Vale cum Familia et fave
T.
Ff den 29 ten 9 bris 1766