Mon Frere!

Es v;ar mein letztes vom 23 ten huju^. -

Was nun weiter, Herrn Hofrath Luther und dessen Herr Sohn , der zu Wien gewesen, betref. vorgegangen, besteht in folgendem:

Wie Mon Frere verlangt hat, habe mich sogleich gestern Nachmittags um 4. Uhr zu Herrn Hofrath Luthern begeben, ihm den Brief überreif auch von ihm vernommen, daß seine Tochter der Frauen Schwägerin Present vor kmrtzem erhalten habe; Er bekannte dabey, daß Er zu saumseelig im antworten gewesen',' auch daß er in einer großen Last steckt und an Geld Mangel habe. Weder dessen Herr Sohn noch sonst jemand habe bey der Gelegenheit gesehen, u. ich machte m&ch bald wieder hinweg.

Heute aber Nachmittags um 2 Uhr kommt der zu Wien gewesene Herr Sohn zu mir, und bringt mir Beylage, wie sie ist, sub volante mit Bitte, da sie ihn angehe, selbige sobald möglich nach Wien an Mon Frere zu bestellen, mit Vermelden daß sein Herr Vatter, was Ihn angeht, mit morh%&%4Post beantworten werde.

Mein.Institutum und das Hospital der Bürger und Beysassen an­gehend, vernahm gestern, daß der Uhrmacher Körber nächstens &&n Testament machen, und alles das seine zu dem Hospital vermachen, werde. Es folgen gewiß, wenn der Druck des Instituti cum praefa- tione geschieht und das Vorhaben bekannt wird, mehrere, wie ich allschon höre, daß es nur darauf bey vielen brauche.

Ich vernehme daß das greuliche Pasquill auf Herrn v.Moser juniorem, so neulich sub Tit. der Neue Diener etc immDruck er­schienen ist, zu Maintz herausgekommen, und Herrn Pestei, Secre- tarium Herrn Grafens v.Wartensleben, zum Autore habe. Das wäre eine Ver^e^tung vor die Dienste in der von Goertzischen Stifftungs Sache. Herr Varrentrapp hat auch über den national-Geist und Nach­druck etc Händel mit ihm bekommen, und sowohl von Varrentrapp

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Seite, auf welcher Baron von Crutz zu Homburg steht, äls von der Moserischen, läufft schon alles auf recht pöbelhafte Scheltworte hinaus. Mich dauert Herr v.Moser, welcher sich die Ehre zu sehr kitzeln lassen, und auch große Herren angetastet hat, davon er ohn fehlbar noch viel unangenehmes wird zu denken bekommen, und Casse- lischer Gehambde Rath, wie auch die vorgegebene Gnade des Kaysers, können Ihn nicht vor allem schützen. Er hat bisher etwas zu viel geschrieben, und wird nun durch die harte Begegnisse moderation lernen mpssen, die ihn zuvor hätte dirigiren sollen, als einen Mann, der aller Welt L6ges vorschreiben wollte.

Vale cum familia et fave

Ff den 23 ten 9 bris 1766

T.