Mon Frere!
Das geehrte vom 8 ten hujus habe gestern erhalten, und mein letztes war vom 11 ten.
Dem Bruder habe die Historie-von dem La^pais ^eTHych Graf vorgelesen. Er meldet nebst s. Cpgapliment daß er alles dieses wohl begreifen könne, da der Liebhaber, als er aus Ulm von Herrn von Mayenfeld zu ihm gekommen, sich alsoblad an 3. Mägde zugleich gehängt, sie weisgemacht er wolle sie heyrathen, sie bedienet und ihnen das G&&d ähgenommen habe.
Dr. Ettling, Senator, sagte mir vorgestern, es sey fest beschlossen, wenn-Grimmeisen sich nicht gu^Ende dieses Monats stelle, daß man am 4 ten Decembris zur Wahl eines neuen Syndici schreite, (am Rand des Briefes'dazu:-'
Vielleicht aber schreibt Graf von Pergen vor ihn, und unsere Hasen attendiren doch drauf.)
Von dem jungen Luther weiß ich nichts zu sagen, will m&ch ^ber erkundigen.
Ich bin daran, daß mir Materialien unter der Hand anschaffe, und werde gewiß es nicht auf die letzte lassen ankommen, da ich andere so sehr klagen gehört, die es also gemacht haben.
Vor die gütige gratulation tu den Haemo&rhoidibus aperti bin obligirt. Ein langes Leben oder eon kmrtzes ist mir beydes recht, wenn es nur gut ist. *
Praefatio ad Institutum nostrum wird doch wohl bey Mon Frere noch einige Zeit finden. Ich bedauere übrigens gar sehr den Verdruß und die übergroße distraction.
Senatus wird über meine Zwinger-Sache nächstens mit den Col- legii Civicis conferriren. D.Textor, Advocatus Fisci, hat nun 3. Termina verstreichen lassen; und ich will ihm Zeit genug geben sich zu besinnen; gantz hängen lasse ich aber die Sache nicht,
.und sie muß ausgemacht seyn auf einen stets dauernden Fuß vor mich und die posterität, damit nicht die Junckern, samt anderen Müßiggängern, die wie Jesuiten immer auf ihren Project fortarbeiten, über lang oder kurtz, mutatis perforis et rebus, neue Händel machen mögen. Ist etwas gestohlenes bey dem Haus, wie Patricii von Alters alle gethan, so habe es vor mein Geld ehrlich gekaufft, und schenke es der Stadt, dem rechten Herrn auf ewig, damit man wohl auf allen Seiten zufrmeden seyn kann, es sey denn daß ein Juncker es nicht wäre, der dächte, man könne es einmal bey dazu favoräbler Gelegenheit wieder an sich ziehen und die Stmfftung annulliren.
Der Bruder allhier rathet Senatui den Adler, der an den Tho— ren des Zwingers angeschlagen ist, zu lassen, und zugleich das em e-e die beyde Thore in Bau und Besserung zu erhalten; den unverrückten Genuß des Zwingers aber, ohne die geringste Abgabe, mir vorzubehalten, wobey dem Rath frey bleibe bey etwaiger Reparatur der Stadt mauer des Zwingers durante opere sich nach Nothdurft zu bedienen. Kommt es zu einem Vergleich, so schicke ihn, ehe wir signiren,
Mon Frere vorher zum videtur zu. Civibus werde ihn auch zuvor com-
municiren