Mon Frere!
Mein letztes war vom 1 ten hujus.
Senatus hat endlich beschlossen Grimmeisen den letzten Termin bis ult. Decembris zu geben, und wenn er sich innerhalb dieser Zeit nicht hier stellt, soll er eo ipso den Abschied haben.
Der Bauschreiber Petsch sagt mir, er habe sich mit Gotha verglichen p%. des rothen Hauses, und bittet die affaire zu beschleunigen.
Dr. Textor, Advocatus Fisci, hat noch nicht auf das Gutachten geantwortet. Was Mon Frere von diesem hä&te, bin begierig zu vernehmen.
In meinem letzten habe wegen der Praefation ad Fundationem Erinnerung gethan, und ich weiß Mon Frere wird, meine angefügte Bitte Platz finden Hassen.-
Das Sig^llum Fundationis habe schon fertig, auch wird mein Epitaphium bald in Stand seyn, damit es Deo volente künftiges Jahr an seinem gehörigen Ort in dem Garten eingemauert werden möge
Hier ist nun von Wien aagekommen Baron v.Kurtz, der in der Comödie dorten den Bemardon gemacht. Er will zu Maintz und hier, seine Kunst sehen lassen. Ich wünschte er hülfe unserem ohnehin wollüstigen, fau&en, betrogenen und zum Verderben eilenden Volk nicht noch durch einen näheren Weg zu ihrem kläglichen Ende. Herr Graf v. Neuperg unterstützt ihn, und unsere tumme junge Leute im Rath thun aus leerer Hoffnung zur Großheit alles was die Gesandten haben wollen, ob es schon ihr und ihrer Bürger Unglück ist. v. Kurtz hat in der Hieherreise ohnfern Hanau den rechten Arm gebrochen an eben dem Ort, wo Mon Frere das Unglück getroffen.
Vale cum familia et fave
T.
Ff den 4 9 bris 1766