Mon Frere!

Mein letztes war vom 18 ten hujus. ^

Hier giebt man im Römer vor, Grimmeisen sey zu Wien empöyirt mit einer ansehnlichen Bedienung. Ob es so sey, weiß Mon Frere am besten. Ohne changement der Religion kann es ohnedas nicht geshhe hen, und wieder hieher zu kommen ist wegen der Schulden ohnmöglicb; daher wohl nichts anderes übrig ist, als so etwas zu suchen.

Nachdem des Bruders Gutachten bey Schöffen-Rath übergeben, sehe, da ich nachher bey den Syndicis mündlich declarirt habe, Se- natus möge per Advocatum Fisci Vergleichs-Vorschläge thun, zu dem ich, u. nicht zu Weitläufigkeiten, geneigt sey, daß man darauf attendirt, die Sache bedenklich findet, und hoffentlich mit gute conditiones machen wird, wozu auch Collegia Civica geneigt sind. Wie Mon Frere aus dem Gutachten ersieht, hat mein Haus vor anderen ein Recht, da, wie es heißt, eine alte Gerechtigkeit zu dem Genuß des Zwingers, und da von 1561. an kein Canmn geford&Bt worden, und man nur den Zwinger angesprochen, als ein Bürgerlicher, nämlich Herr Fuchs, possessor des Hauses wurde, hoffe ich sie werden einen civem wie den anderen halten, und mich auch, jedoch sine praegudi- cio vor andere, also lassen. Es ist mir lieb daß es jetzt ex Curia selbst zur discusion gekommen, und dadurch ein dauerhafter Besitz entstehen kann.

Der Fräul.v.Cronstetten Testament ist, wie sie verordnet hat, gedruckt, aber die Herren Limburger sind rar damit. Hann ich ein solches Exemplar bekommen, s& schicke es Mon Frere.

Nun mögte es, wenn Mon Frere viele Geschäfte es zulassen, vor die Praefation ad Fundationem die rechte Zeit seyn, und kann alles danj4 W&mter mit dem Druck berichtiget werden. Leute so etwas zu dem Hospital beytragen werden sich ohnfehlbar finden. Im künftigen Jahr, so Gott Leben und Gesundheit giebt, ziehe selbst in das Stifftungshaus, und sodann werde in dem Wohnhaus mit Reperatur und einiger Veränderung den Anfang machen. Es ist gut, wenn jenes vor­her geht.

Vale cum Tuis et fave

T. ...

Ff den 21. ottobr

1766

P.S. Das geehrte vom 15 ten habe eben jetzo erhalten. Ich wünsche Herrn v.Bartenstein eine baldige Genesung. Was mich betrifft, habe zuweilen meine Zeit, da auch etwas leiden muß, sonderl. an arth&ti- schen Händeln/! die nach dem Kopf gehen. Zuletzt kann einmal eine apoplexie daraus werden, und ich bin alles zufrieden was Gott will.

Fräul.v.Cronstettn Testament lege hiebey. Es ist Dr.Fresenii Arbeit, der ein wahrer ff(y/*T4%"?F*vwar, und sich dabey nicht ver­gessen hat.

Keinen Brie^an Herrn Raspe habe gefunden, der doch angezeigt stehet, und muß wohl liegen geblieben seyn.