Mon Frere!

Nach meinem letzten vom 11 ten hujus erhalte gestern Mon Frer geehrtes von eben diesem Tag, auf welches jetzo antworte.

Mon Frere Handschrift wird immer besser, und das freuet mich von Hertzen.

Confirmatio/i Caesarea kann bewandten Umständen nach unterbiet ben; mit den Bürgerlichen aber will data occasione der Festhaltung wegen reden.

Die Praefation erwarte mit Mon Frere Gelegenheit nach der Zu­sage; nur ist mir leid, daß Mühe machen muß.

Sollte wohl Grimmeisen im Ernst wieder hierher zu kommen ge­denken, da so viele Creditores auf ihn passen?

Gestern hat der Bruder an Mon Frere das Gutachten wegen des Zwingers,.samt einigen Fragen, geschickt, und ich bitte mär Mon Frere GedaRken darüber aus. Ich werde sehen was endlich aus dieser Sache werden werde.

Senatus und Cives sehen den Zwinger a^s ein Stadtguth an, da­vor jährlich etwas abgegeben werden müsse, sollten es auch nur 20. Creutzer seyn, gleichwie das Armenhaus vor den seinigen 30 Cr. giebt. Weilen aber selbst in Decreto Senatus von einer alten Ge­rechtigkeit des Hauses auf den Genuß des Zwingers gedacht ist, wird man, wenn jenes nicht zu ändern wäre, sehen müssen, daß der Genuß durable werde, und man nicht alle Augenblicke fouRirt werden könne.

Der chirurgus Senckenberg zu Göllheim heyrathet eines ver­storbenen Pfarrers Tochter selbiger Gegend. Mich dünket, da er seine Mutter bey sich hat, er habe noch wohl damit es/^was können anstehen lassen, bis er mehrer Mittel vor sich gebracht hätte.

Doch können Geschicklichkeit und Fleiß unter Gottes Segen auch so helfen, und ich wünsche ihm daß er dadurch glücklich werden möge.

Unter allerseitiger gehros. Empfehl. bin allzeit

T.

Ff den 18 ten octobr.

1766

P.S. Unser Herbst ist gut und reichlich ausgefallen. Jedermann hat wohl 1/4 mehr Wein bekommen als er sich vorgestellt hatte, welches ein effect der geuten Zeitigung ist.