Mon Hrere!

In meinem letzten vom 4 ten hujus schriebe von einer indispo- sition, mit welcher immer noch zu streiten habe, doch aber hoffe unter Gottes Segen davon Meister zu werden. Aderlässen werde ohn- fehlbar müssen, und sonsten noch etwas brauchen, wenn nur Zeit und einiges relachement da wäre, indem mich meine Arbeit nicht allein, sondern auch der bey unerser Fraknfurtischen elenden Haushaltung mit den Publicis verknüpfte viele Verdruß zuweilen sehr drücken; doch wird Gott auch hierdurch helfen.

Den Zwinger an meinem Haus am Eschenheimer Thor betref. hat der Burder einen guten Aufsatz gemacht, und wird den Herren Frank­furtern. zeigen, daß man nicht an mir den Anfang machen, sondern vorher noch vieles ander ali&uirte von dem Stadt domainen herbey bringen müssen, item daß manches nicht mehr restituirt werden kön­ne was von dem Zwinger anderen Orten weggenommen worden, und daß ich auch sonst noch gute Rechtsgründe vor mich habe, ohne.der Stifftung einmal Erwähnung zu thun. Der Bruder glaubt, es werde hierauf wohl eine Schöffen Deputation ad amicabilem er­

kannt werden. Mon Frere werde wohl vom gedachtem Aufsatz Copiarn schicken müssen, um den statum casuyeinzusehen, und mir das Vide- tur darüber ausbitten. Collegia civica ärgern sich über des Raths verfahren pto des Zwingers gegen mich, indem er einen Holtz- platz per Nos&doctio Civico abgeben und noch darüber con^qvertirt werden soll, da7s4**6/Y*t im Armenhaus favorisirt worden und man vielmehr mir förderlich als hinderlich seyn und den Zwinger ultro mir überlassen sollen. Aber ehrliche Leute und Thateh sind, ünsem Frankfurtischen Juden allzeit ein Dorn in den Augen, und die Me­dici sonderlich deswegen verfallen, weil sie den geraden Weg gehen und in die krumme Gottlose Absichten, welche allesamt von den Schmieralien dirigirt werden, nicht willigen.

Stadtschreiber Dr.Hofmann hat sich nun der eligibilität zur Rathsstelle gegeben, und Senatus hat ihm die eligibilität zum Syn- dicat ohne Kugelung bewilliget; Cives aber werden dieses nicht zulassen.

Eben jetzt da so weit gekommen, erhalte das geehrte vom 1 ten hujus.

Ich danke vor den so langen Credit wegen der lO.Ducaten, und bin vor alle Mühe sehr verbunden. Von 30. elenden Creutzern Über­schuß etwas nur zu erwehnen ist ja nicht der Mühe werth. Die Hist, literaire de France werde sohbneinmal erhalten.

Fräul.v.Cronstetten hatte ohne Zweifel die sentimens wie alle Sunckern, und dachte ihr Vermögen sey vor ihresgleichen besser an­gewendet. Es ist auch glaublich, daß Ihr, wie anderen, nicht ge­fallen, daß ich das alte Familien Haus am Eschenheimer Thor bekom­men habe, und von dieser Seite glaube ich rühren die Händel mit dem Zwinger guten Theils her. Ich hoffe Sie sollen sich selbst zum Ziel legen, sonst müßte vielleicht der Kayser sprechen.