Mon Frere!

Ich habe jetzt die Ehre auf 2 geehrte Schreiben zu antworten, deren eines vom 17 ten das andre vom 20 ten hujus; mein letztes aber war vom 20 ten ebenfalls.

Unserem Herrn Renato danke vor die Abschrift des Diplomatis zu seiner Precibüs, und wünsche daß Er ohne anderen Schaden bald Nut^sR davon ziehen möge. Wenn Confirmatiqd Caesarea so große Schwierigkeit hätte, müßte man sie freylich nicht begehren. Indes­sen mögte doch wohl gern eigentlich wissen wie viel sie kosten solle, wenn Mon Frere beliebet sich darüber zu erk&ndigen. Catho- lische Administratores mag ich freylich nicht, und das Lutherisch- Protestantisch müssen sich die Herren Catholici endlich auch ge­fallen lassen. Die Stifftung der Frauen von Görtz, worüber der Herr Graf von Wartensleben jetzt Händel hat, ist auch gantz pro­testantisch und vom Kayser confirmirt. Doch bleibt dieser Panct wie alle andern Mon Frere Gutfinden anheimgestellt.

Alles wartet auf den Druck der Fundation, cum Praefatione, und der Nachricht von dem Hospital; könnte Mon Frere dieselbe bald aRfertigen, geschähe mir ein Gefallen, wenn es nur Hon Frere nicht gar zu beschwerlich ist. Wenn das Hauptstück ^Sridice berichtigt ist, kann nachher per Cives die Special-Einrichtung nach ihrem besten Ermessen gescheham. Die G und anderen Anstalten, die

noch künftig einlaufen werden, können auch alsdann benützt werden, insofern davon hier etwas anzubringen wäre. Medici und Kaufleute sind ohne Zweifel das Hospital wohl zu besorgen genug, und kann Mon Frere die Rathsherren, samt den Limburgern und Frauensteinern hinweglassen, wird es wohl gethan seyn.

Wegen gnädiger Aufnahme der Dedication von Seiten der Kayserin Majestät gratulire, und wünsche, daß auch noch ein gutes present nachfolgen möge; sed vix licet hoc sperare, cum obs&a/"religio, quae sijvera, ^l^i%net praenium pulcherirum est.

Die letzt verstorbene Fräulein von Cronstetten hat eine Stiff­tung gemacht vor 12 arme Fräulein vom Haus Limburg, item andere kleine Stifftungen und Separata an Verwandte und sonst. Das Ver­mögen ist fl 500000.

Ich höre, Stadtschreiber Hofmann solle dorten ingress finden, und der Kayser allenfalls zu dispension geneigt seyn, da er sehr geschickt seyn soll, wie Grimmeisen vorgiebt. Das ist aber nichts besonderes, und der Mann will, nachdem er seinen reichen Schwieger- vatter, Herrn Göring, geerbt hat, gern Rathsherr seyn, um faule und commode Tage zu haben. Was aus ihm und Grimmeisen werden soll, wer­den wirmmn bald wissen.

Herr Cantzlei Director Nader in der Burg Friedberg hat nebst gehors. Complimant mir ein paquetgen zugestellt so aus einem Buch besteht, das er von der Burg geschrieben hat. Ich habe es unserm Bruder zugestellt, der mir sagt, daß er nächstens an Mon Frere et­was schicken wolle, um es mitgehen zu lassen.

Ich bin allzeit unter allerseit. gehors. Empfehlung

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