Mon Frere!

Mein letztes vom 30 ten August wird Mon Frere verhoffentlich erhärten haben.

Des Herrn Cammerrichteps, Grabens von Schauer Excellenz ist nun hier. Er sucht überall Geld, ich weiß aber nicht ob er es be­kommen werde. Er geht in.alle hiesige Gesellschaften , und ist gar Reicht zu haben. Seine Gemahlin, eine Gräfin von Stadion, hat, wie vernehme, eine contracten Fuß, und soll ingeheim den hiesigen weidlich gr^ssirenden Scharfrichter, Hofmann, brauchen, um wieder gesund zu werden. Ob nun der Herr Cammer-Richter und der Scharf­richter ein gutes Stück Arbeit magen werden, wollen wir sehen.

Wenn Mon Frere beliebet die Kayserl. Confirmation der Stif­tung auszuwirken, so bitte die Benennung: Lutherisöh-Protestantisd nicht zu vergessen, als welche, wie bewußt, in dem Schreiben an die Universität Gießen auch gebraucht habe.

Es wird auch wohl gethan seyn, wie ich glaube, in der Praefa- tion zu erwehnen, daß 1 2 Personen aus der Lutherischen Bürgerschaft (die ich zusammenbringen, und nahmhaft machen will) welche omni ex- oeptione majoris, wohl bemittelt, und^ denen man daher gantz sichei etwas anvertrauen könne, beysenden, die die Administration aus Lie­be zu ihrem Mitbürgerschaft gratis übernehmen wollen, und an wel­che sich diejenige so etwas zu dem Hospital contribuiren wollen, addressiren können, die auch jährl. im Druck von Einnahmen und Ausgabe eine Rechnung publciren werden und mit dem Collegio Medico causam commun#m in hoc passu haben.

Item wenn das nach der publication des 2 ten Theils der Fun- dation vom l6.Decembr,1765 aangeschafften Stifftungs-Hauses erwehnl wird, nicht zu vergessen, daß man das bey dem Haus von Alters her gewesene Stück des Z winger/s , welches der Stadt ohnehin von keinem Nutzen, zum Holtzplatz vor das Bürger- und Beysassen-Hospital destj nirt habe, wie eben ein solches Theil des Zwingers wirklich bey dem Armen- Waisen- und Arbeitshaus, zu eben solchen Endzweck schon viele Jahre her gebraucht werde.

Ich verhehme von einem ]guten Freund aus Zür&ch, der ein Mit­glied der dortigen Societatis Physicae und Handelsmann ist, daß Geneve ein treffliches Hospital habe, da ebenso wie Vorgedacht, von 12 Kauflemten, die die Verrichtungen bey selbigem in kleine leicht zu besorgende Departemens unter sich vertheilen, admini- strirt werde, und hat derselbe mir die Gefälligkeit gethan all­schon an Herrn Sächelmeister Heiddegger, der jetzt dorten nebst dem ^amgBpi Stadthalter Escher, Bevollmächtigter Commissarius zu composition der Händel zwischen Rath und Bürgerschaft von Seiten des Canton Zürich ist, dieserhalben zu schreiben, damit ich eine ausführliche Nachricht von selbigem, wo nicht in Druck, doch schrif lieh bekomme; welche ohne Zweifel gut seyn wird, da Genf trefflich! Ordnungen wegen sonst bekannt ist.

Der dänische Herr Cammerschreiber und Legations-Secretarii, von Lersner, ist noch hier; sed paratis mihi, ego crede?