Mon Frere!

Es war Mon Frere letztes vom 6 ten, das meine aber vom 19 ten hujus. Die vielen Geschäfte werden ohne Zweifel Mon Frere bey der retour von Baaden nach Wien sehr hinderlich fallen, und wünsche ich, um solche auszuhalten, Überhaupte eine gute dauerhafte Ge­sundheit.

Es ist die Menge Beute die zu dem Bürger u. Beysassen Hospi­tal beytragen will, und offenh&ren sich alle Tage mehrere. Es ist nach dem Zusatz zu der Fundation d.d. 16. Decembr. 1765 als etwas Neues zu der Stifftung hinzugekommen, daß 1. Febr. 1766, das Haus gekaufft habe, von welchem Grund und Boden, und dereinst auch ein gewisses an Geld zu dem Hospital hergebe. Senatus giebt nichts dazu her, was dam Cives ex suis ultro compo^tiren, können sie selbst verwalten, und Senatui ist meines Erachtens genug von allem jährl. wie die Familie und Uivica Collegia Rechnung zu be­kommen, und nicht nöthig in der Administration Rathsherren mit zu haben. Ich habe auch gedacht, es sey besser Catholicos und Reformatos aus der Administration zu ^lassen, und daß beyden ge­nug seye, wenn man ihre Religions-Verwandten mit aufnehme, und wenn sie etwas contribuiren, mag ihnen genug seyn, jährl. im Druck von Einnahme und Ausgabe die Rechnung zu lesen. Weil hier ein au­ßerordentlich schlechtes Regiment ist, glaube es sey besser beyde heraus zu lassen, da ich ohne dieses es gern wieder gesehen habe. Alles dieses gebe Mon Frere zur Überlegung anheim, praefationis ergo, und bin unter Anwünschung allerseitigen beständigen Wohl­ergehens

T . .

Ff den 23 Aug.

1766

P.S. Wie stehts mit Mr. Grimmeisen? allgemach sehen unsere jungen Rathsherren, was vor ein schlechtes Stück sie an ihm hatten, wie tumm sie sich von ihm führen lassen, und wie wenig sie die Men­schen und die Welt kennen. Sie schämen sich seiner jetzt und bit­ten um schön Wetter.

Gott sey Dank daß noch ehrliche Leute in der Welt sind die zum guten rathen und helfen. Ich hoffe Gott werde durch unseren Kayser, dem ich langes Leben und Gesundheit von Hertzen wünsche, uns noch vieles gutes erzeigen.