Mon Frere!

Das geehrte vom 6 ten hujus habe am 13 ten richtig erhalten; mein letztes Bber war vom 12 ten.

Ich wünsche daß die wohlanschlagende Radecur alle übrigen In- commoditäten hinwegnehmen und Mon Frere gantz gesund nach Wien zu­rückkommen möge.

Die Bürgerl. Collegia werden sich wegen Stadtschreibers Hof­manns gantz gewiß melden.

Der zweyte Frankfurter, der nebst Grimmeisen als Candidat zur Reichshofrathsstelle genannt wurde, war Schöff von Ohlenschlagem.

Es wird aber wohl weder der eine noch der andere etwas zu hoffen haben; da der erste in allen Stücken zu schlebht, der andere aber kein Jurist ist. Was Grimmeisen nicht im Anfang erlangt hat, er­langt er gewiß jetzt nicht, da er immer mehr vor den bekannt wird, der er &&t. Am 5 ten hujus läse in Zeitungen daß nu Wien ein klei­nes Erdbeben verspürt worden sey. Gott verhüte größeres Unglück und Schaden.

Ich habe gestern bey Varrentrapp ein Exemplar des Nachdruckes der Monument.Monst. wirtemb. Besoldi inspicirt, und gefunden, daß der Tomus secmndus auf dem letzten Bogen den Custodem In. nicht hab be, den meiner hat. Es scheint daß in dem Druck die ersten Exempla- ria den selben nur haben, und da der Druck auf Befehl ab^-piret worden; man den Custodem mit dem Indice weggelassen habe. Ich bitte deshalben nochmalen von der Güthe zu seyn, in Bibliotheca Caesarea nach der ersten Edition in 4. nachsehen zu lassen, und wenn diese, wie ich gäaübe einen Indicem hat, denselben vor mich in folio ab­schreiben zu lassen.

Heute höre von noch mehreren Leuten aus hiesiger Bürgerschaft, die ebenfalls zu dem Bürger und Beysassen Hospital contribuiren wollen. Wenn einmal das Institutum cum praefatione im Druck er­scheint, zweifele daher keineswegs an erwünschtem Fortgahg dieser Sache.

Vale cum familia et fave

T.

Ff den 16 ten Aug 1766