Mon Frere! /
Mein letztes war vom 9 ten hujüs.
Nachdem Grimmeisen in der Baseler Zeitung nebst einem anderen als Candidaten zu der Lutherischen Reichshofrathsstelle, wie letzt hin gemeldet habe, angegeben worden, wurde nachher in einem andere] Blatt der sogenannte Herr von Grimmeisen, welcher ehemals in Hertzogi. Zeybrückenischen Diensten gestanden, als derjenige mit Namen genannt, welcher ohne Zweifel diese Station davon tragen werde. Ob nun seine Partisens allhier, oder andere zum Spott solches in diese Zeitung satten lassen, ist nicht wohl zu errathen; zu Wien aber wird es wohl ohne Zweifel eine neue Schwätzerzeitung seyn und bleiben.
Sollte Mr. Grimmeisen sich vielleicht auch zu Wien mit Commu- nication eine Piece aus dem Archiv, die dem Vatterland schädlich seyn könnte, wie Verräther unterw&&l. thun, einschmieren, und sich dadurch bey seiner großen Schuldenlast von einer Banqueroute be- freyen wollen: So würde unser Kayser die Verrätherey wohl noch weit schärfer als der Türkische Kayser neulich an dem Venetianischen Consul aus Morea gethan, zu ahnden wissen.
Ich vernehme daß Stadtschreibers Ho^^mnns Agens bey dem Gesuch der Eligibilität zu einer Rathsstelle; der Bürgerliche, nämlich Herr v.Bissing seye, und das deswegen, weil der Rath selbst seinem Herrn von Moll so wohl als jenem nicht trauet, und die Bürgerliche durch d^n von Bissing alles, was zu Wien passirt, immer etliche Tage eher als der Rath haben.
Ich wünsche, wie in meinem letzten nöchmalen gesegnete Bade- cur, und dem gantzen wetthen Haus ebenfalls alles Wohlergehen, und bin wie allzeit
T.
Ff den 12 ten Aug 1766