Mon Frere! ^

Anitzo habe die Ehre beyde werthe, das eine d.d. ^ien 30.Jul. das andere Baden 2 Aug. zu beantworten; mein letztes aber war vom 5 ten hujus.

Ich wünsche, daß die Badekur den blessir^tn Arm vollkommen soulagiren möge. Es wird aber bey jetzigen heißen Hundstagen alle Erhitzung des Geblütes auf das beste müssen vermieden werden.

In der Baseler Zeitung wurde letzthin gemeldet, 2 Frankfurter hätten Hoffnung zur Reichshofrathsstelle, die meiste aber einer der vormals in Zweybrückischen Diensten gewesen (Grimmeisen); es wird aber, wie ich hoffe, nichts daraus werden.

Schael ist wirklich von dem Printzen von Curland gekleidet, und ihm gesagt worden, er solle nach Mietau kommen, so wolle er vor ihn sorgen; in wirklichen Diensten aber ist er noch nicht.

Ein hiesiger Bändermeister und Weinschenk, namens Brendel, hat in der Utrechter Lotterie 80 000 Holl.Gulden gewonnen, und da ich ihn fragte, wie er sich nun samt seinem weib und Kindern da- bey aufzuführen gedenke? gesagt: Er werde mich zum Muster nehmen und bleiben wie zuvor. Hierauf habe ihm zu einem beständigen Glück als einem vernünfftigen Mann, gratulirt.

Unser Dr. Siegner hat neben anderen Fehlern auch der Schmie­ralien halber einen sehr bösen Namen in der Stadt, nimmt sich aber sehr in Obacht, daß es nicht zu einem juristischen Beweise kommen möge, sonst würde es an Leuten nicht fehlen, die ihm dienerten.

Er und seine Bande hätten sich gern in meine Stifftung einpatronir und selbige zu ihrer disposition genommen; sind aber nun mordböse daß es anders ausgefallen ist. Herr von Braun ist Grimmeisens und Stadtschreibers Hofmanns und so^iorum Patron, et alii quos me raelius nostri.

Endlich ist Senatus einmal böse worden, und hat einen verbo­tene praxia^medicam allhier schon eine gute Weile treibenden Apo­theker, Namens Molitor, auf meine Anzeige von einer verwegenen und tödlich äbgelaufenen Cur an einem Constabel allhier, beym Kopf nehmen und in inquisition ziehen lassen. Würde man so fortfahren den Ernst zu zeigen, und unseren jungen Medicis Lufft, auch Lust und Gelegenheit etwas zu lernen machen, sollte es bald anders aus- sehen, und die Stadt wohl versehen seyn. Spero meliora!

Unser projectirtes Bürger und Beysassen Hospital bekommt eine Menge Liebhaber, und alle Tage höre von Leuten, die dazu contri- buiren wollen. Was cives Zusammenlegen können sie auch selber ver­walten. Rex Borussiae hat Herrn Francken sei. bey dem Waisenhaus zu Halle privative die Verwaltung des contribuirten erlaubet, und Senatus allhier ehedäß der Niederländischen Gemeinde auch, welche von keinem Rathsherrn weiß. Physici und Medici nebst einer Socie- tät freywillig sich dieser Anstalt annehmender Bürger sollen wohl hierzu genug seyn. Diese können das, das C&ves selbst freywillig contribuiren, in Empfang nehmen, wenn der fond da ist, anfangen zu