Mon Frere! /

Das letzte XXX vom 25 ten Jul. habe jetzt die Ehre zu beant­worten; meine letztes aber war vom 29 ten.

Grimmeisen wird wohl nunmehro bald überall als ein Banque- routier und Spitzbube bekannt seyn. Seine junge Partisans im Rathe und die alten Narren, die sich von diesen als Blidde leiten lassen schämen sich nun wie die Buben, daß sie sich, wie ich vorher gesag* daß geschehen werde, von Grimmeisen, dem Grafen von Pergen, und den Mayntzem ect haben betrügen lassen. Es wäre gut, wenn der Be­trug auf ihre Köpfe käme, und die Stadt nicht däbey voriges Jahr einen so entsetzlichen Schadan gehabt hätte.

Wenn Mon Frere vor den Indicem §esoldi Monument. Wirtemb. sor­gen will, werde davor sehr verbunden seyn.

Mon Frere wird ohne Zweifel von dem gottlosen Betrüger, igrimmeisen, vernommen haben, daß er in Müntzsachen gegen der Stadt fand Bürgerschaft interesse negotiire, i&em Hofmann dem Stadtschrei ber zur eligibilität in dem Rath verhelfen wolle, welches eben­falls vor die Stadt höchst schädlich wäre, da dieser eben ein sol­cher Kerl und Grimm, erster Intimus ist. Nos ^Fcx - s orlo etc. Ich weiß, Mon Frere wird den bösen Absichten aus Liebe zu unserem Vatterland Widerstand thun.

Vor etlichen Tage wurde mir notificirt, daß eine gewisse Lutherische famille allhier, die mir aber noch nicht genannt wurde, zu dem Bgpysassen Hospital, so ich projectirt habe, bereit sey 12000 Thaler herzuschießen, worauf ich mich verlassen könne. Ich habe selbiger zu wissen gahtan, daß das ganze Institutum gedruckt und in der praefation von dem Vorhaben der Verwaltung wegen ge­dacht werden solle, auch das beste seyn werde, daß eine Societät rechtschaffener vor das Publicum wohl gesinnter Bürger sich zusam­menschlage, und mit mir et Collegii die Einrichtung und. Verwal­tung selbst besorge. Im Anfang möge ein Bau, den der Fond bestrei­ten kann, aufgeführt, und wenn man zu Kräften kommt, mit anderen vermehrt werden. Es scheint diese^ Sache werde, wenn einmal das Impressum unter die Leute kommt, ihren guten Fortgang haben.

Mon Frere wünsche von der Bädercur zu Banden baldige völlige restitution, damit alsdann die Hospital Arbeit, welche Mon Frere zu zuübernehmen versprochen, fertig werde. Die Handschrift in dem letzten Brief kommt schont sehr^gut heraus, und ich zweifle an eiher guten Wirkung des Bades keineswegs.

Unter allerseitiger gehors.Empfahl, bin allzeit

T.

Ff.den 2 ten Augusto 1766