Mon Frere!

Mein letztes worinnen Mon Frere geehrtes vom 9 tan beantwor­tet habe, war vom 1$ tan hujus.

Die Monumenta Monasterium Wirtemb. sind gar nicht auf hiesi­ger Bibi. Publ. anzutreffen; bitte deshalben Mon Frere Gütigkeit zu haben entweder durch unseren Herrn Renatum oder den Herrn Hof­meister auf der Kayserl. Bibliotheque die erste Edition nachsehen zu lassen, ob bey derselben Tomo 2 do ein Index oder nicht befind­lich; wäre dieses, müßte mir wohl Copiam davon ausbitten.

Was wird noch endlich aus Mr. Grimmeisen werden und seiner Gräulichkeit? Ich habe den We&hl. Notarium selbst gesprochen, der Herrn Schöffen von Fichard Wechsel auf ihn a 1000 Thaler pro- testirt hat, mir auch gesagt daß er davon viele andere notirt habe und ex Curia ihm an Hand gesehen worden Grimme&&en zu Gunsten stil zu seyn. Ich hoffe der Vogel werde s^chon seinen Lohn bekommen wie er ihn meritirt.

Unser Scharfrichter Hofmann hat vorige Woche noch die Syndi- cos und einige Rathsherren zu Haußen auf der Mühle durch den hie­sigen Darmstädtischen Posthalter Klees, seinen guten Freund, trac- tirt, um seinen Sohn zu favorisiren. Da kann man mit Recht wün­schen: Daß es euch der Schinder gesegne! Ehe das genierige Decret vor ihn heraus kam, tractirte eben dieser die Fautanten von der dritten Bank zu Darmstadt, wo ohn fehlbar auch sonstige Sch&iza- lien appliciret worden sind. Das ist jetzt der allgemeine Weg allhier zu etwas zu gelangen, und wer nichts bringt, hat kein Recht, der meistbietende gewinnt allemal.

Unter allerseit. gehors. Empfahl, bin allzeit

T.

Ff den 19. Jul. 1766