Mon Frere!
Das geehrte vom 21 ten hujus habe jetzt die Ehre zu beantworten, mein letztes aber war vom 24 ten.
Mon Frere Handschrift kommt immer besser heraus, welches mich sehr freuet. Zu Herrn v. Haen und Homburg Cur wünsche ferner Segen von Gott, und bitte an beyde Herren bey Gelegenheit mich gehor- samst und ergebenst zu empfehlen.
Bey dem tomo 2 do Monumanta Würtembergiae fehlt wirklich der Index, und ich habe &ar genau überall nachgesehen; bitte demanch Mon Frere die Gütigkeit zu haben mit von dem Buchhändler den de- fect suppliren zu lassen; wäre solches aber wie bey dergleichen alten Büchern leicht seyn kann, nicht möglich so müßten in dem format des Buchs, pagina vor paginam sauber und correct abgeschrieben werden, daß man ihn dazu Binden lassen könnte.
Von dem Herrn Praesidenten v.Loen zu L gen, von dem neulich geschrieben habe, ist bekannt, daß ihn der König statt recompense pro Dedicatione seiner einigen wahren Religion zum Praesidenten gemacht um ihn in sein Land zu ziehen, und allda sein Geld verthun zu lassen. Er darf nun nicht weg, hat ein schlechtes Salariam, und muß immer tractiren, wozu ihm von seinem hiesigen Sohn alles was hier an Geld aufzubripgen ist, zugeschicht werden muß. Der Hochmuth ein Praesideit XRXXX^K einer Regierung zu heißem ist woAB allzu theuer bezahlt. Ich bedankte mich vor des Königs Dienst.
Synd. Grimmeisen ist Mon Frere als ein Kerl ohne alle Religion ein windiger Schwätzer, der gar keine realite und Fleis hat etwas zu arbeiten, als ein wollüstiger Scelerat und Schuldenmacher, desse: Schulden allhier auf fl 30000 und darüber berechnet werden, als ein Lügner und Betrüger, der nebst den jungen Rathsherren sein Vatter- land ruinirt, bekannt. Ein Lump macht Lumpen, und da er so schöne Proben an sich selbst, und an dem Müntzwesen vorigen Jahrs abgelegt weiß man was man von einem solchen Kinde des Verderbens zu hoffen hat, in dessen Hand alles verdirbt, was es anrühret. Von mir wollte er letzthin durch einen meiner &uten Bekannten 50.Carolinen lehnen, zu einer Heyrath die er vorhabe; ich aber habe ihm nichts gegeben und wissen lassen, daß ich ihn als einen Lügner und Betrüger kenne, wolle auch mit meinem Geld nicht dazu cooperiren, daß er etwa ein unschuldiges Frauenzimmer betrüge, dem er unbekannt sey. Ich hoffe er werde dorten auf den Strumpf laufen, und bald offenbar werden. Von dem jungen Rath ma^g er wohl heimlich instruirt seyn, zu lügen, wie man im Elsaß redet, damit diese Messieurs bey ihrem bösen Vorhaben in Unterdrückung der Mitbürger, die sie vor ihre Unterthanen thöticht ausgeben, ihre böse Absichten in freyer Ausübung ihrer Wollust, Hochmuths und Geitzes erfüllen mögen, welches ihnen aber wills Gott, nicht gelingen wird. Von seinem Gesuch bitte mir Künftig Nachricht aus.
Mein Begehren eines assistenz in rebus medicis contrgversis geht nicht weiter, als was Gott, Recht und Billigkeit anrathen; ein mehreres verlange ich nicht, und Mon Frere kennt,mich wohl davor.