Mon Frere! ^

Mein letztes an Mon Frere war vom 21 ten hujus. Von dem ent­laufenen Syndico Grimmeisen weis man noch nichts, und bitte, wann er sich etwan in Wien einfindet, mir Nachricht zu geben. Viele glauben, er sey nicht dorthin, ob er es schon in seinem Brief aus Regensburg vorgegeben hat. Ein paar seiner Wchselbriefe sind pro- testirt worden, und dieses mag ihm vielleicht Anlaß gegeben haben sich zu entfernen und einen d^sp&rations coup zu machen. Es ist hier jedermann attentir^ darauf. Seine Schulden werden auf fl

30000 estimirt.

Es scheint Herr Schöff v.Holtzhausen werde unserer Tante,

Frau v Raumburg, Haus auf der Zeil kaufen, und zu seinem daneben gelegenen ziehen, um allda mit der alten Fräulein von Lersner künftig zu wohnen, wenn sie mein Haus an dem Eschenheimer Thor evacouiren, welches etwa im October, oder folgendes Jahr im April geschehen wird, da ich den Winter noch zugegeben habe, wenn Sie sich nicht mit einem bequemen Quartir bis auf den 1 ten Octobr. helfen könnten. Alsdann werde ich aiäen Separatjy^jn^^ an dem Eschenheimer Thor frey bekommen, auch repariren und bauen was zu dem Instituto nothwendlg ist, wenn mir Gott das Leben fristet.

Wie ich auch, et quidem inter nos, melden kann, habe ich mir in dem Garten meines Separatiisme ein Eckgen ausersehen, wohin man meine exaevias dereinsten begraben soll. Ein Epitaphium^will mir selbst machen. Die Executores meines Testaments werden verhoffent- lieh nichts dagegen einzuwenden finden. Habeb&nt bona mea una cum ossibus.

Unter allerseit. gehors. Empfehlung bin allzeit

T.

Ff den 24 ten Junii 1766