Mon Frere!
Das geehrte vom ^4 ten Junii habe heute empfangen, und mein letztes war vom 7 ten.
Der Brief an Herrn v.Ohlenschlager ist besorgt.
Ich freue mich von Men Frere Hand in dem P.S. den Namen zu sehen, der doch etwas kennbarer ist als im vorigen Brief. Gott helfe baldigst zur völligen restitution.
Ob wir Dr. Gladbachen im Physicat behalten werden oder nicht, ist von der Obrigkeit, welcher wir es anheim gegeben haben, nmch nicht decidirt.
Von dem Darmstädtischen Capital werde die Nachricht erwarten, Wenn Mon Frere mit dem Darmstädtischen Agenten, Herr Lincker, geredet haben wird, und soll% mich fteuen, wann solche von Mon Frere eigener Hand kommen wird. Ich danke gehorsamst vor die Besorgung der dorten vor mich gekauften Bücher durch den Herrn Legat.Secre- tarium von Lersner, und zahle die davor schuldigen 10.DucatengnX entweder an den Bruder oder Herrn Hofrath Luther, wohin es Mon Frere beliebig ist. Wenn Herr von Lersner hier ankommt, gebe Nachricht davon.
Die praefation zu dem Instituto Medico wird Mon Frere und H.B. Renatus besorgen, wie ich gar nicht zweifele; Gott gebe nur Gesundheit,. Kräffte und gelegene Zeit.
Von der Physicorum Appellation gegen die Annehmung des Scharfrichters Sohnes, Med. Lti+Argentinensi Eofmanus, habe in meinem letzten geschrieben. Ich hoffe wir sollen dorten nach unseren hiesigen Umständen und Gewohnheiten ein geneigtes Gehör finden.
Bey uns wie bey anderen Professionen sind Klagen über Klagen, und Senatus hat seine Freude daran die Mitbürger zu enerviren und klein zu machen. Banqueroutes entstehen häufig. Gott steuere aller Ungerechtigkeit!
Hier haben wir die Röteln in großen Mengen und oftmal malignes gefährlich und tödlich, welche uns viel zu schaffen geben, und mich besonders sehr fatigiren. Die Jahre bringen doch eine Abnahme mit sich, die man nicht leugnen darf. Gott stehe Mon Frere und mir in unseren Bedürfnissen bey, und berathe uns nach seinem allzeit guten Wohlgefallen.
Ich bin unter allerseitigen gehors.Empfehl. allzeit
T.
Ff den 10 ten Junii 1766