Mon Frere!

Das geehrte vom 21 ten habe richtig erhalten, und mein letz­tes war vom 24 ten hujus.

Es freut mich von Hertzen daß die Cur an dem rechten Arm wohl von statten gehet, und wünsche ein% baldiges völliges retablissement.

Des Physici Primarii, Dr. Gladbach insolvent ist uns Medi- c<?s um so mehr verdrieslich, als seitdem die Stadt s&hht kein dergleichen Exempel annoch erschienen ist. Es scheint es werde niemand was erhalten, und er endlich der äußersten Armut ver­fallen müssen.

Daß in dem Carlsbad keine als Wiener Medici curieren sollen, ist gar zu genau und imperios gehandelt und marquirt eine über­triebene Meinung von seiner suffissace, da wir doch alle wissen, dag keiner unter uns das unerschöpfliche Heer ausschöpfen könne. Es ist aber dieses eine bey Gelehrten nicht seltene Schwachheit, die damit nur anzeigen, daß sie selbst das nicht wissen, was sie wissen sollten.

Ich empfehle mich unter allerseitig, gehors. Empfehlungen zu beständigem gütigen Andenken u. bin allzeit

T.

Ff den 27 ten Maji 1766

P.S. Wüßte Mon Frere eine gute Auskunft zu Zahlung des Capitals Darmstadt mit einigem Interesse Nachlaß, sollte mir es sehr an­genehm seyn zu vernehmen.

Mon Frere beliebe bey Gelegenheit daran zu gedenken.