Mon Frere!

Das geehrte vom 16 ten habe heute erhalten, und mein letztes war vom 19 ten samt einer Beylage aus des hiesigen Scharfrichters Instruction.

Valetudinemt^am cura diligentdr, um nicht den Medicis in die Hände zu fallen. Ich wünsche Mon Frere und dem zweyten Sohn bey dem Anschein zu Variolts allen guten Sacess zu der Fortwährung und re- paration der Gesundheit.

Ich bedauere daß Mon Frere mit der praefation ad institutum meum medicum so viele Mühe mache, bin aber genöthgget fn Mon Frere zu recurriren, da ich unseren Bruder mit seinen Papistischen Ab­sichten bey den Stifftungs- und Hospital-Sachen nicht brauchen kann, und doch sorgen muß, daß auch juridig,e ein guter Grund gelegt werde. Was hier Mon Frere thut, ist pro communi Patria gearbeitet, auch weiß Mon Frere thut es nicht ungern, obschon die Arbeit sonsten über­häuft ist. Ich hoffe auch davor dankbar seyn zu könnan.

Die Commission das schwartze Tuch betrf. habe freilich letzt­hin Herrn von Ohlenschlager mit dem gantzen Postscripto von Mon Frere Brief abgerissen zu geschickt, und dachte nicht anders, als daß sie an Ihn gerichtet sey, weil alles in einer connexion stund, ich auch wußte, daß Mon Frere mehrmalen dergl. Commissionen an Ihn ] gegeben hatte. Hätte ich gewußt, daß sie an mich gerichtet gewesen, ! würde ich sie gemeinschaftlich mit dem ^ruder gantz gern besorget ! haben, der ohnehin alle addresse an die cker Tuchhändler hat, ] ich auch selbst vormals ein Stück schwartzes Tuch mit ihm in Com- ] pagnie genommen und zur Hälfte getheilt habe. Passirt künftig etwas ] besorge es willig, nach meiner Schuldigkeit, so gut ich vermag, nur ] bitte es mir deutlich zu committiren* Herr von Ohlenschlager werde ! die Beylage heute selbst noch zustellen. ]

Vale cum familia et fave

T.

Ff den 22 ten April 1766