Mon Frere!
Das geehrte vom 23 ten habe gestern erhalten und
danke vor die darinnen gegebenen Nachrichten , bin auch erfreut daß Mon Frere von dem Bad eine gute Wirkung gehabt; alles auf einmal wird wohl nicht vergehen, da die laedirten Theile sehr vieles erlitten haben, und ist genug wenn nervi und jedines nach und
nach in völlige Ordnung kommen. An guter Methode und Medicamenten mangelt es nicht, und ich wünsche Gottes Segen zu deren fernerem Gebrauch. ^
Mi/it dem Indice Tomi 2 di ^esoldi Mon&ment. hat es Zeit bis Mon Frere commendement solches besorgen kann; nur bitte es zu notiren, daß es nicht in Vergessen komme. Ich weiß gai? wohl wie Mon Frere mit Geschäften beladen ist, und thut mir immer Leid, wenn mit eiwas über das alltägliche beschwerlich sein muß.
Ich gratulire unserem gerrn Renato zu den Lübeckischen /
; wie lange aber mögte er wohl auf die peH&ption warten müssen? und was werfen sie ab?
Das Bürger Hospital, davon in meinem vorletzten vom 23 ten (das letzte war vom 26 ten) ein mehreres gemeldet, wird ohne Zweifel viele Liebhaber und Beyträger finden. Daß Mon Frere die Praefa- tion zu der Fundation so schnell nicht fertigen können, lag an dem zugestoßenen Unglücksfall, und ist genug wenn sie mit Mon Frere Gelegenheit nunmehro erfolget. Die Confirmationem Caesarea habe ich, wenn es noch erinnerlich, gleich Anfangs projectirt, und Mon Frere solche auszuwirken beliebt, sUl es mir gar lieb seyn, und ich zahle die Jura mit allem Dank.
Was Mon Frere von der contrairen Witterung und dem Miswuchs des Weinstockes in dortiges Gegend berichtet, ist in Frankreich eben also; aber Gott lob! bey uns steht alles vortrefflich, nachdem es viele Jahre gefehlt hat.
v. Ohlenschlager und Ra^h Lehrmann hat man zu einer Reichshofrathsstelle in Gedanken gehabt. Ersterer hat mit der Bdication seiner Comment. .areXauafes^Bull^an die Kayserin Anlaß dazu gegeben. Mr Grimmeisen partisans sprengen noch aus, er werde bald Reichshofrath seyn; ich aber glaube es sey nicht möglich, nach allen Umständen.
Unter allerseit. gehors.Empfehl. bin allzeit
T. ..
Ff den 30 ten April
1966
P.S. Wie hat Mon Frere die Moritzsche Deduktion gefallen?
Gestern ist ein Schreiben von Grimmeisen an den Stadtschreiber Hofmann, seinen Spießgesellen gekommen; darinnen er sich vom Rath noch einen Termkna^von 1. Monat ausbittet.
Gegen den jungen Herrn v. Moser ist eine beißende Satyre in Druck sub tit: Der neue , zum besten der Teutschen Politi
schen Kannegießer mit Patriotischer Freyheit geschildert. 1766 5* Bogen, welche Mon Frere vielleicht schon gesehen hat.