Mon Frere!
Das geehrte vom 5 ten habe gestern, und dessen Beyschluß Herrn von Ohlenschlager, erhalten; und mein letztes war vom 8 ten hujus.
Unser Herr Secretaire wird ohne Zweifel seine Sache gut machen; alles kann gehen wie es Mon Frere am besten erachtet.
Von der Universität Gießen habe noch keine Antwort.
Die Herren Darmstädter zahlen gar kein Interesse, und lassen alles aufwachsen. Meine 2. obligationes will nach der Messe abschrei ben lassen und Mon Frere zuschicken, um zu sehen ob die Ablä&e werde möglich werden. Andere Herren sind eben so wurmstichig, und wenn es so fortgeht, wird Franckfurt einmal noch großen Schaden leiden.
Herr Graf von Pergen^soll hier die Huldigung annehmen, ob er wohl kein Reichsgraf ist, der Votum und sessiongm hat. Ich wünschte überhaupt wir hätten einen anderen Rerrn an seinem Platz, da er scho der Stadt großen Schaden zugefügt hat* Von seinem Lehrmeister, Herrn Grafen Cobentzl, der es gantz anders gemacht hat, uhd mehr gewußt als er, hat er es gewiß nicht gelernt. Ego dico vobis veraciter, auo non est tarn multum.
Der Chirurgus Senckenberg von Geflhei^ ist vor etlichen Tagen bey mir gewesen. Es scheint er wolle sich allgemach formiren, und etwas besseres als bisher gewesen, aus ihm werden. Herrn Trappen, p. t. älteren Bürgermeister in Friedberg, Herr Bruder, der Rath zu Grünstadt, giebt ihm auch ein gutes Zeugnis.
Ich bin unter allerseitig, gehors. Empfehlung woe allezeit
T. .
Ff den 12 ten April 1766