Mon Frere!

Das geehrte vom 2 ten hujus habe heute erhalten, mein letztes aber war vom 5 ten.

Ich schriebe letzthin, daß Herr Luther von %ien wieder hier sey wie^auzh der Bruder in der Mainzergasse noch gestern vor gewiß ver­sicherte; es widerlegt sich aber selbst bey Mon Frere, und ich habe heut durch eine Magd Herrn Hofraths Luthers die Nachricht, daß der Braunschweigische Herr Luther es sey, der auf eine kwmtze ^eit hier­her gekommen.

Das Physicat Rat in einem Memorial Senatui rund declarirt, daß es, wie doch die junge schwälstige Rathsherren haben wollen, Carnifi vis filium in Collegium absolument nicht aufnehmen werdet, und Sena- tus hat heut, wie eben höre, decretirt: Daß pro petit^o wallfahret werde. Es wäre wohl artig, des gegenwärtigen Carnificis, der noch elapso mense einen Actum infamidCLmit Verbrennung der Esslingischen 2. Bücher gemacht,*Sohn aufzunehmen, da nachdem Reichsgutachten von Schleuß vom Jahr 1731. die infamia erstlich p#4-generationes, und wenigstens nach 30. Jahren expirirt bey den Handwerkern, zwischen denen und uns doch noch,eine Kluft befestiget ist. Was nun Senatus außer dem uns accordirten seinethalbenthun werde, wollen wir sehen.

Von der Universität Gießen habe noch keine Antwort. Es ist sehr gut daß das bellum Medicum zu Wien ein Ende hat. Über das Gifft wer­den sie im Streit gifftig, rufen einander das sauer Bier aus, und weder sie noch andere haben Nutzen davon. Niemand ist das Gifft heil samer als Herrn Stoerck, und van Swieten mögte doch endlich noch mit ihm durchsetzen, Herr v. Haen zum Verdruß, welchen ebenfalls bedatre

Es freuet mich, daß Mon Frere, was von der Einrichtung des Hos­pitals geschrieben, gut findet. Ich werde fernerhin von allen Vor­fällen communication thun.

Vorgestern habe vernommen, daß ein hiesiger bemittelter Schlos­sermeister, namens Alb, dieser Tagen ein Testament gemacht, und der allererste seyn wollen, der zu dem Bürger- und Beysassen-Hospital ein Legatum machte. Ohne Zweifel werdem mehrere nachfolgen, denn es hat generalemant approbation.

Mein Schwager Menco Henrich Mettingh hatte eine Auction gemacht wie sein Geitz sie ihm erlaubte. Giengen die Bücher nicht in dem