Mon Frere!

Das geehrte letzte war vom 29 ten Martii, mein letztes aber vom 1 ten hujus.

Die Documenta vidimata von der Stifftung werden wohl nun in Mon Frere Händen seyn.

Die portraits unserer sei. Eltern können gar wohl warten, bis Mon Frere eigenes Portrait fertig iit, nach bester Gelegenheit; und sodann mitkommen. Mon Frere beliebe sie alle durch einen Mahler auf einen Stock aufrollen zu lassen, und zwar die alte etwas weitläufig, daß sie nicht SMtaden nehmem, und also in einen langen schmalen Verschlag zu thun.

Ich danke schönstens für die übernommene Mühe mir die dortigen Hospital Nachrichten anschaffen zu lassen; ich erstatte alle Ausla­gen mit Danck.

Wenn die Messe herum ist, will suchen die affaire mit dem Zwinger in Richtigkeit zu bringen. Ich hoffe civica collegia, die mir sonsten hold sind, werden mir leichtlich favorisiren, sonderlich da ich gewillet bin, G.G. einen Theil desselben an das Hospital ab­zugeben, um in dem Bogen der Stadtmauer das Holtz zu placiren, wel­ches allschon dem Armenhaus gestattet worden.

Die grobe Expressiones welche Herr Graf von Nartensleben zu Cassel gegen den ^errn Landgrafen ausgestoßen und die man der Feder nicht anvertrauen können, auf welche der Personal-Arrest erfolgt ist mögten ihn wohl noch theuer zu stehen kpmmen. Es ist nicht gut mit einem größeren zu thun zu heben, und zudem ist der Herr Graf als nicht gar enghertzig bekannt, daß ich ihn gewiß zum Executore Te- stamenti nicht bestellet hätte.

Die Acta Instituti vidimata habe am 29 ten Martii nach Gießen geschickt, aber noch keine Antwort* Ich glaube daß dieses daher komme, weil die Universität erstlich von Hof in dieser seltenen Sache ordre holen muß. Wir haben hier einen gantz neuen ^edicinischen Vorfall, darüber Mon Frere sentment mir ausbitten muß. Es ist nämlic des jetzt grassirenden hiesigen Scharfrichters XRHK Hofmanns Sohn zu Straßburg Dr. Medininae geworden, und will nun hier unter die Practicos recipirt seyn. Ich meine zu Straß bürg sey der Scharf-