Mon Frere!

Nach meinem letzten vom 30 ten Martii fangen unsere unbe­dachtsame Müntz Juden und pravi usur^arii im Rath endlich bald an post festum sich zu besinnen, und das erstlich, was sie zuvor be­denken sollen ehe sie es gethan, nach empfnndem Schaden einzusehen gantz anders als es Hoch- und Wohlweisen Herren eignet und gebürgt nachdem alle Fremde, welche hieher kommen, sagen: Ob denn die Frankfurter rasend in den Köpfen werden wollten, daß sie ein so tolles Müntzedict unter dem 4 ten Märtz ausfliegen lassen, das wegen seiner großen Unbilligkeit und Ungeschicklichkeit absolument keynen Bestand haben könne? Der eigene Schade der den unerfahrenen tollkühnen und gewinnsüchtigen Leuten in die Hände kommt, die gaf nicht überdacht haben was sie gethan, macht sie aufsehen und fast sagen: Hoc non cogitaram! Hic PhL^/e^^^^k^plagis, et experientia stultorum magistra per nocumenta documenta. Wie schön stehet es nun wenn man mit Schimpf und Schaden zurück, und retractiren muß! Anno 1738 stimmten 5. überein, und die Verordnung im

Müntzwesen wurde doch nicht gehalten; was wird nun geschehen, da die tolle Frankfurter dem^dygr und Reich vorgelaufen sind, und deren Schlüsse nicht abgewartet haben? Mayptz hat auf der Messe schon den Kaufleuten connivirt und sie mit dem Gled schälten und walten lassen so gut jeder gekonnt; Cölln will von Absatz gar nichts hören; Cassel ohnehin nicht, u. so weitenp und da keine Harmonie ist, wie wollen wir elende- Frankfurter allein bey unsere rem elenden Edict fortkommen können? Das ist ein sauberes Probe­stück von jungen eingebildeten Gerngroßen und Hochadelichen und Unadelichen Excellentzen, und man sieht daraus, was man ins künf­tige von solchen Leuten zu hoffen hat.