Mon Frere!

Als Mon Frere im Anfang vcri^en Jahres hier war, haben D. Plettner auf damalige R.Königs-Wahl und Crönung gefertigte Gebote Wohlgefallen, ich schicke daher auch sein auf heutiges Hochzeits­fest ausgegebens, weil ich glaube, es werde ebenfalls angenehm seyn.

Was ich gestern von meiner Medizinischen Stifftung geschrieben, will hiermit nochmals recommandiren. Ich mögte %gern bey meiner gulfen Meinung nicht den Endzweck verfehlen, welches vielleicht böse Men­schen gerne sähen. Mein Vermögen ist nicht mit Ungerechtigkeit er- o^r^t, et nefas est bene parta male d^labi. Da ich noch, solang es Gott gefällt, am Leben bin, mögte ein Commentariv3%^und Explicative^s über das Stifftungs-Instrument, wie auch eine künftige Einrichtung des ColJegii medici, wenn einmal mit dem Raus in der Ordnung bin, und selbiges in den Gang kommt, behülflich seyn* Es ist wohl ein Elend ih der Welt, daß die Menschen ihr eigenes Bestes oft nicht kennen wollen, und ihm selbst widerstreben, man genöthigt ist,

mit allen Leuten also retir<* zu gehen, als ob man mit lauter Dieben und Spitzbuben zu thun hätte. Es muß doch einmal, nicht um Vanität willen, sondern der Nothwendigkeit wegen, alles in den Druck, damit jedermann davon Wissenschaft habe, und auch so fern Unterschleif verhüth&t werde. Ich hoffe zu Gott Er werde meine Redlichkeit un­terstützen und bösev Anschläge, die den alies renden

Eigennutz zum %%4?/3^ung haben, vernichten.

Vale cum ..

Ff. den 27 ten Januar 1765